Dr. Marin Marianowicz vom Zentrum für Moderne Orthopädie in München hat über 12.000 Fälle analysiert, bei denen ein Bandscheibenvorfall diagnostiziert und Operationen empfohlen wurden. Er kam zu dem Ergebnis, dass nur 20 % davon tatsächlich operiert werden mussten.
Nach Aussage von Dr. Marianowicz sollte der Patient bei einem Bandscheibenvorfall dem Körper Zeit lassen. Denn, begleitet von einer guten Therapie, löst der Körper das Problem innerhalb von 6 bis 12 Wochen in der Regel von selbst - ohne bleibende Beschwerden.
Dieses Vorgehen würde außerdem Kosten sparen und die Sozialkassen
entlasten, zumal belegt ist, dass Bandscheibenoperationen zu 25 % in der Berufsunfähigkeit
enden, vor allem durch Komplikationen aufgrund von Narbenbildungen im Rückenmarkskanal.
Marianowicz weist darauf hin, dass den Entscheidungen
zur Durchführung
von Bandscheibenoperationen selten objektive Kriterien zugrunde liegen. Nach
seiner Analyse zeigt sich eine direkte Korrelation zwischen dem medizinischem
Angebot und der Eingriffswahrscheinlichkeit. So gibt es in ländlichen Gegenden
mit wenig Neurochirogen deutlich weniger Bandscheibenoperationen als beispielsweise
in München mit der höchsten Dichte der Wirbelsäulenchirogen in
Europa.
Seine Schlussfolgerung: Die OP-Patienten werden
gemacht! So hat die Auswertung von Computer- und Magnetresonanztomographien gezeigt,
das 28 % aller Vierzigjährigen einen Bandscheibenvorfall hatten, ohne jemals
Schmerzen gehabt zu haben, bei der Altersklasse bis 70 Jahre erhöht sich
dieser Prozentsatz sogar auf etwa 70%.
Quelle: Deutscher Pressestern Public-Star vom 21.04.2009
|