Bei größeren Läsionen, Verletzungen oder
akuten Bandscheibenvorfällen ist zumindest in der ersten Phase eine weitergehende
Unterstützung erforderlich.
Wir empfehlen in diesem Fall eine besondere Bandscheiben-Schonstellung,
wie sie z. B. von der Grazer Wirbelsäulenschule entwickelt wurde (siehe
Abbildung). Das Grundprinzip ist natürlich auch der Schulmedizin bekannt,
wie das folgende Bild zeigt.
Bei dem Wasserbett wurde beschrieben, dass die Lordose
(Krümmung) der Lendenwirbelsäule nicht nur durch die angehobenen Oberschenkel
reduziert wird, sondern auch durch die höhergelagerte Kopf- und Schulterpartie.
Der Brustkorb sinkt etwas ein, der Bauch zieht sich nach innen zurück und
der Rücken wird länger.
In dieser Stellung kann auch eine Verkürzung und Verkrampfung
des großen Lendenmuskels (Musculus psoas major), dessen anderes Ende am
Oberschenkelknochen ansetzt, keinen Zug auf die Lendenwirbelsäule ausüben
(siehe Abbildung). Somit wird durch die Streckung der Wirbelsäule eine spürbare
Entlastung der Muskulatur, Bänder und Bandscheiben erreicht. |
Der chemische Output
Zum Abschluss wollen wir noch ein Thema ansprechen, das
die Gesundheit aus anderer Sicht betrifft. Wir meinen damit die Ausdünstungen
von synthetischen Materialien. Und davon gibt es in den herkömmlichen Matratzen
und Bettsystemen eine ganze Reihe: Kunststoffbeschichtungen, Phenolharze und
die diversen Lösungsmittel der Klebstoffe. Nicht vergessen sollte man dabei
die schichtverleimten Holzfederlatten, die in den meisten bundesdeutschen Betten
unter den Matratzen zu finden sind. Diese Latten werden ohne Ausnahme mit Formaldehyd
verleimt. Und dieses Formaldehyd gast ab, wenn auch, nach Angaben der Hersteller,
die Grenzen eingehalten werden, wie sie für Spanplatten der Schadstoffkategorie
E I gelten. Man könnte das Abgasen dadurch unterbinden, dass man die
Latten mit Kunststoff abdichtet und chemische Fänger einbaut. Aber Kunststoffe
sind nicht frei von ausdünstenden Restmonomeren, also von ausdünstenden
Grundmolekülen der Ausgangsstoffe, die sich nicht in die Verbindung gefügt
haben.
Wir können das hier in dieser Schrift nicht weiter ausführen.
Wir sind aber sicher, dass die allgegenwärtige Reizung durch Umweltgifte
in ihren langfristigen Auswirkungen nur schwerlich überschätzt werden
kann. Eine der Konsequenzen daraus ist z. B. das rapide Ansteigen der Allergien
Wir verbringen im Schlafzimmer täglich etwa 8 Stunden
in einem sehr sensiblen Zustand, deshalb sollte man versuchen, wenigstens hier
die Belastung durch Giftstoffe weitgehend auszuschalten. Bei ausreichender Information
steht es jedem frei, für sich selbst die Grenzen zu ziehen und seine Wahl
zu treffen.
Rainer Postl
Frankfurt, im Dezember 1991
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