Nun stellt sich natürlich die Frage, wie das Bett
konstruiert sein muss, um den Gesundungsprozeß optimal zu unterstützen.
Im Normalfall reduziert sich diese Frage auf die Entscheidung, ob das zukünftige
Bett nun hart oder weich sein soll.
Einige Menschen empfinden ihr Bett als zu hart, weil
sie sich darin nicht genügend gestützt fühlen, und leiden z. B. unter Schmerzen
im Kreuz. Anderen ist das Bett zu weich, weil ihr Körper zu tief einsinkt.
Auch sie fühlen sich nicht richtig gestützt und haben Schmerzen im
Kreuz.
Was aber ist hart und was ist weich? Das ist natürlich
für jeden Menschen verschieden und hängt dazu noch von dessen Gewicht
ab. Außerdem ist für ein- und dieselbe Person das, was sie zuerst
als hart empfunden hat, zu einem späteren Zeitpunkt weich und umgekehrt.
Diese Schwankungen sind abhängig vom Tonus, also vom wechselnden Spannungszustand
der Muskulatur, damit auch von der Tagesverfassung des Menschen und von seiner
Fähigkeit, den Tonus zu verändern.
Konträre Positionen zur Matratze
Bezogen auf die Matratze können wir also zwei gegensätzliche
Grundpositionen feststellen:
1. Die Matratze ist nachgiebig, so dass sie sich dem Körper
anpaßt und dadurch eine entsprechende Abstützung bewirkt.
2. Die Matratze ist fest und flächig, so dass keine
Nachzeichnung der Körperschwerpunkte erfolgen kann, sondern nur eine Abdämpfung
der Auflagepunkte, d. h. der Mensch paßt sich der Unterlage an.
Es gibt noch eine weitere Position, die
sehr pragmatisch erscheint, sich beim näheren Hinsehen aber ohne Aussagekraft erweist. Wir meinen damit
die Verlautbarungen der Orthopäden, wie sie üblicherweise in den Magazinen
erscheinen (z.B. "Gesünder Wohnen", Ausgabe März/Mai 91)
und von der Matratzenindustrie propagiert werden. Danach soll die Matratze nicht
zu hart sein und nicht zu weich, damit der Körper weder durchhängt
noch Druck an den Auflagepunkten erleidet.
Manche Matratzenhersteller behaupten
sogar, sie hätten
ein objektives Kriterium für das richtige Liegen gefunden. Sie zeigen das
Foto einer auf der Seite liegenden Frau, die gerade soweit in die Matratze einsinkt,
dass sie dem Betrachter ihren Rücken mit gestreckter Wirbelsäule
darbietet. Die Matratze, die diese Lage ermöglicht, soll eine optimale Regeneration
der Bandscheiben und des Rückens insgesamt leisten. Das gilt dann als Beweis
für das "anatomisch richtige Liegen". Diese Auffassung ist aber
falsch, denn sie orientiert sich an einem statischen Menschenbild.
Man kann davon ausgehen, dass kein Mensch längere
Zeit diese Stellung mit übereinanderliegenden gestreckten Beinen einnehmen
wird, denn sie ist instabil und unkomfortabel. Vielmehr wird der normale Mensch
ein Bein vor das andere legen, es etwas anwinkeln und dabei das Becken neigen,
so dass die Wirbelsäule eine entsprechende Drehung aufweist und die
tatsächliche Körperhaltung den "Beweis" zunichte macht.
Es ist sogar anzunehmen, dass diese angeblich "anatomisch
richtige Lage" in einigen Fällen die Atmung behindert, da sich der
Brustkorb zu sehr in die Matratze drückt.
Über die viel empfindlichere Rückenlage sagt der "Beweis" erst
recht nichts aus, auch nicht über die Art der Lagerung und Stützwirkung.
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Schwachstellen der Grundpositionen
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