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Bett und Gesundheit / Seite 9
bios affair - Betten in Frankfurt / Rhein-Main  

Der falsche Gegensatz zwischen hart und weich

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Nun stellt sich natürlich die Frage, wie das Bett konstruiert sein muss, um den Gesundungsprozeß optimal zu unterstützen. Im Normalfall reduziert sich diese Frage auf die Entscheidung, ob das zukünftige Bett nun hart oder weich sein soll.

Einige Menschen empfinden ihr Bett als zu hart, weil sie sich darin nicht genügend gestützt fühlen, und leiden z. B. unter Schmerzen im Kreuz. Anderen ist das Bett zu weich, weil ihr Körper zu tief einsinkt. Auch sie fühlen sich nicht richtig gestützt und haben Schmerzen im Kreuz.

Was aber ist hart und was ist weich? Das ist natürlich für jeden Menschen verschieden und hängt dazu noch von dessen Gewicht ab. Außerdem ist für ein- und dieselbe Person das, was sie zuerst als hart empfunden hat, zu einem späteren Zeitpunkt weich und umgekehrt. Diese Schwankungen sind abhängig vom Tonus, also vom wechselnden Spannungszustand der Muskulatur, damit auch von der Tagesverfassung des Menschen und von seiner Fähigkeit, den Tonus zu verändern.

Konträre Positionen zur Matratze

Bezogen auf die Matratze können wir also zwei gegensätzliche Grundpositionen feststellen:

1. Die Matratze ist nachgiebig, so dass sie sich dem Körper anpaßt und dadurch eine entsprechende Abstützung bewirkt.

2. Die Matratze ist fest und flächig, so dass keine Nachzeichnung der Körperschwerpunkte erfolgen kann, sondern nur eine Abdämpfung der Auflagepunkte, d. h. der Mensch paßt sich der Unterlage an.

Es gibt noch eine weitere Position, die sehr pragmatisch erscheint, sich beim näheren Hinsehen aber ohne Aussagekraft erweist. Wir meinen damit die Verlautbarungen der Orthopäden, wie sie üblicherweise in den Magazinen erscheinen (z.B. "Gesünder Wohnen", Ausgabe März/Mai 91) und von der Matratzenindustrie propagiert werden. Danach soll die Matratze nicht zu hart sein und nicht zu weich, damit der Körper weder durchhängt noch Druck an den Auflagepunkten erleidet.

Manche Matratzenhersteller behaupten sogar, sie hätten ein objektives Kriterium für das richtige Liegen gefunden. Sie zeigen das Foto einer auf der Seite liegenden Frau, die gerade soweit in die Matratze einsinkt, dass sie dem Betrachter ihren Rücken mit gestreckter Wirbelsäule darbietet. Die Matratze, die diese Lage ermöglicht, soll eine optimale Regeneration der Bandscheiben und des Rückens insgesamt leisten. Das gilt dann als Beweis für das "anatomisch richtige Liegen". Diese Auffassung ist aber falsch, denn sie orientiert sich an einem statischen Menschenbild.

Man kann davon ausgehen, dass kein Mensch längere Zeit diese Stellung mit übereinanderliegenden gestreckten Beinen einnehmen wird, denn sie ist instabil und unkomfortabel. Vielmehr wird der normale Mensch ein Bein vor das andere legen, es etwas anwinkeln und dabei das Becken neigen, so dass die Wirbelsäule eine entsprechende Drehung aufweist und die tatsächliche Körperhaltung den "Beweis" zunichte macht.

Es ist sogar anzunehmen, dass diese angeblich "anatomisch richtige Lage" in einigen Fällen die Atmung behindert, da sich der Brustkorb zu sehr in die Matratze drückt.

Über die viel empfindlichere Rückenlage sagt der "Beweis" erst recht nichts aus, auch nicht über die Art der Lagerung und Stützwirkung.

Seite 10: Schwachstellen der Grundpositionen

 

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