Die Bergische Universität Wuppertal hat in Verbindung mit der DAK (Deutsche
Angestellten Kasse) eine Studie über computergestützte Physiotherapie
für chronische Rückenerkrankungen vorgestellt.
Das neue Verfahren beruht auf einer genauen Analyse
der Bewegungseinschränkungen
und der muskulären Defizite, die anhand vieler elektronischer Messpunkte
wie bei einem EKG ermittelt werden. Im Vergleich mit den Daten beschwerdefreier
Personen kann der Therapeut mittels einer speziellen Software einen maßgeschneiderten,
individuellen Therapieplan erstellen. Die Physiotherapie wird an High-Tech-Geräten
durchgeführt, wobei vor allem die Aktivierung der „wirbelsäulenstabilisierenden
Tiefenmuskulatur“ erreicht werden soll.
Hinzukommen schließlich regelmäßige Folgeanalysen, um die
Rückentherapie zu optimieren.
Bei einer Langzeitstudie der Universität Wuppertal an chronisch rückenkranken
DAK-Versicherten konnte die Intensität der Schmerzen von 1000 Patienten
innerhalb eines Jahres „halbiert“ werden. Die Anzahl der Patienten,
die nach einjähriger Therapie ohne Schmerzmittel auskommen, hat sich verdoppelt,
während der Medikamentenkonsum sich insgesamt um 60 % verringert hat, berichtete
der Leiter der Studie Professor Jürgen Freiwald.
Nach Daten der DAK leiden 80 % der Deutschen zumindest
zeitweise unter Rückenbeschwerden
und bei 15 % sind die Schmerzen chronisch. Hier sieht Jürgen Freiwald ein
großes Potential für eine Trendwende durch den Einsatz der neuen computergestützten
Physiotherapie. Die DAK will dieses Modellprojekt weiter ausbauen.
Quelle: presse.uni-wuppertal.de vom 26.02.09
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