Nach dem „Bundesgesundheitssurvey für die BRD“ wurden erstmals
detaillierte Erkenntnisse für die Prävalenz * von Rückenschmerzen
in Zusammenhang mit Teilnehmerraten an Rückenschulkursen gewonnen. Bei der
Untersuchung wurden von 1997 - 1999 wurden mehr als 7000 Bürger in 130 Städten
befragt. Dabei wurde festgestellt, dass der Anteil der Menschen mit Rückenbeschwerden
bei der ärmeren Bevölkerungsschicht um 10 % höher liegt als
bei der sozialen Oberschicht. 7 % der Befragten hatten innerhalb eines Jahres
vor der Erhebung an einer Rückenschule teilgenommen. Die typischen Teilnehmer
waren Frauen, teilzeitbeschäftigt, privat krankenversichert und gut sitiert.
„Man predigt sozusagen bereits Bekehrten, wenn es um die Vorbeugung
der Rückenschmerzen geht“ sagen Sven Schneider und Prof. Marcus Schiltenwolf
von der Orthopädischen Uniklinik Heidelberg: „Aufklärungskampagnien
und Gesundheitsfördermaßnahmen werden vor allem von jenen Bevölkerungsschichten
in Anspruch genommen, die ohnehin bereits einen gesunden Lebensstil und eine
geringe Risikobelastung aufweisen“.
* Kennzahl, die besagt, wie viele Individuen einer Bevölkerungsschicht
an einer bestimmten Krankheit erkranken
Ärztezeitung von 25.01.2006
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