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Trinkwasser zunehmend mit Medikamenten belastet

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Die Reste von Medikamenten landen oftmals im Abwasser. Eine neue Studie eines Klärwerkes in Deutschland hat bestätigt, dass die herkömmlichen Reinigungsmethoden nicht reichen, um die zahlreichen Arzneimittel aus dem Wasser zu entfernen. Dadurch gelangen synthetische Hormone wie Estradiol aus Anti-Baby-Pillen wieder in die Gewässer und auch ins Trinkwasser.

Die Analyse hat im Trinkwasser Spuren von Blutfettsenker, Schmerzmittel, Antirheumatika (Ibuprofen, Dielofenac), verschiedene Analgetik sowie Röntgenkontrastmittel.

„Diese Stoffe finden sich überall in Deutschland“ erklärt Markus Lehmann, Geoökologe bei der Landesanstalt für Umweltschutz Baden-Würtemberg.

Nach der Statistik wandern jährlich immerhin ca. 100 Tonnen Schmerzmittel über den Umweg Mensch durch die Toiletten wieder in die Natur.

Untersuchungen aus Berlin haben 16 Verbindungen im Trinkwasser und mehr als 100 im Abwasser nachgewiesen. Zu den Hauptverursachern zählen nicht die Krankenhäuser, sondern zu etwa 80 % die privaten Haushalte. Nach Angabe von Bodo Weigert vom Kompetenzzentrum Wasser Berlin ist „es völlig ungeklärt, ob und in welchem Maße diese Stoffe ein Risiko für Mensch und Natur darstellen“.

Eine Studio der Bochumer Ruhr-Universität legt Nahe, dass die seit Jahren sinkende Spermienzahl bei Männern und eine steigende Rate der Hodenkrebserkrankungen sowie Genitalfehlbildungen durch Östrogene im Trinkwasser und in Lebensmittel verursacht werden.

Quelle: „Wohnung + Gesundheit“ Nr. 114 /2005

 

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