Ein häufiger Konservierungsstoff von zahlreichen Kosmetika,
der seit jeher als Allergieauslöser gilt, steht nach jüngsten Untersuchungen
nun auch in Verdacht fruchtschädigend zu sein. Methylisothiazolinone (MIT)
wird in vielen kosmetischen Produkten wie Shampoos oder Handcremes verwendet,
berichtet das Wissenschaftsmagazin Nature http://www.nature.com.
Methylisothiazolinone zerstört Bakterien und macht kosmetische
Artikel dadurch länger haltbar. Der Stoff kann bei manchen Menschen zu leichten
Hautrötungen führen. Der Neurobiologe Elias Aizenman von der University
of Pittsburgh/Pennsylvania konnte keine Informationen über irgendwelche
Probleme bei der Entwicklung von Nervenzellen durch MIT feststellen. In der Arbeit
mit seinem Team hatte der Forscher dann untersucht, wie die Chemikalie auf Neuronen
aus dem Hirn von Rattenembryos wirkt. Innerhalb von zehn Minuten hatten die relativ
hohen Dosen des Stoffes sämtliche Neuronen getötet. In weiteren Untersuchungen
mit niedrigeren Dosen von einem Mikromolar (Ein Gramm der Substanz auf 8.000
Liter Wasser) ergaben immer noch ein deutlich reduziertes Wachstum der Zellen.
"Wir denken, dass diese Erkenntnisse als Warnung für
werdende Mütter gelten soll", so Aizenman. Insbesondere warnt der Forscher
davor, dass Schwangere nicht in der Produktion von Kosmetischen Produkten arbeiten
sollen, da dort die Gefahr einer Fruchtschädigung zu groß sei. Der
Forscher präsentierte seine Erkenntnisse beim jährlichen Treffen der
American Society for Cell Biology in Washington DC.
Aizenmans Erkenntnisse stießen aber nicht bei allen
Forscherkollegen auf ungeteilte Freude. So meinte der Forscher Tony Dayan von
der University of London sei die Ableitung, dass eine Substanz nur weil das Neuronenwachstum
verändert werde, nicht notwendigerweise Anlass zu Sorge gibt. Zellen reagieren
in in-vitro Studien besonders empfindlich, da sie besonders exponiert sind. "Daraus
kann kein Schluss gezogen werden, wie sich die Substanz tatsächlich im Körper
auswirkt", so Dayan. Dieser Meinung stimmt auch der Toxikologe Wilson Steele
von der University of East London zu, obgleich er einräumt, dass die Substanz
genauer untersucht werden müsse.
Aizenman geht dennoch davon aus, dass MIT ein potenzieller
Risikostoff ist. Shampoos enthalten 100 bis 200 Mal höhere Dosen als jene
des Experiments. "Wir können nicht genau sagen, was diese Substanz
anrichten kann. Bisher fehlen jegliche Untersuchungen in diese Richtung",
so der Experte, der einräumt, dass Untersuchungen an Tieren mehr Informationen
bringen sollen.
Quelle: pressetext.austria vom 06.12.2004
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