Eine Forschergruppe um Eva-Kristin Renker von der Uniklinik Heidelberg hat
630 Rückenschmerzpatienten in orthopädischen Arztpraxen befragt, zuerst
vor der Behandlung und dann nochmals 6 Monate später.
Es zeigte sich, dass
viele Ärzte sich nicht an die aktuellen Behandlungsrichtlinien
(möglichst keine Bettruhe und viel bewegen) hielten, sondern stattdessen
passive Therapien wie Bettruhe, Spritzen, Wärme- und Kälteanwendungen
verordneten.
Nach Auffassung der Autoren liegt das nicht nur daran, dass die Ärzte
in alten Therapievorstellungen verhaftet sind, sondern dass auch die Patienten
lieber auf diese Weise behandelt werden möchten.
Dass
diese überholten Therapiemethoden nicht effektiv sind, ergab
sich schließlich auch bei der Auswertung der zweiten Befragung. Bei 66 Prozent
der Patienten, die anfangs noch nicht von chronischen Rückenleiden berichteten,
hatte sich die Situation inzwischen verschlechtert.
Von den Patienten, die schon vorher
unter chronischen Schmerzen litten, zeigte sich nur bei 30 Prozent eine Verbesserung,
bei der Hälfte blieb die Lage
unverändert und bei 13 Prozent vermehrten sich die Beschwerden.
Quelle: Focus
online vom 13.07.09 / Bericht aus der Fachzeitschrift „Der
Schmerz“ von der Deutschen Gesellschaft zum Studium des Schmerzes e. V.
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