Einer australischen Studie zufolge fördern extrem saubere und staubfreie
Haushalte die Asthmarate bei Kindern. Die schlimmsten Asthmaförderer sind
Politurmittel, Lacke, Haushaltsreiniger und Luftverbesserer, berichten die Wissenschaftler
der Curtin University im Fachmagazin der British Medical Society Thorax.
Am schlimmsten für die Gesundheit der Kleinkinder und
Babys sind flüchtige organische Bestandteile, so genannte VOC. Kinder, die
diesen in großen Mengen ausgesetzt waren, litten viermal häufiger
an Asthma, berichten die Forscher. Insgesamt hatten die Wissenschaftler 88 Asthma-Kinder
104 gesunden Kindern gegenübergestellt und die Wohnräume untersucht.
Dabei wurden Werte sowohl im Sommer als auch im Winter gemessen. Die Kinder wurden
auch auf allfällige Allergien untersucht.
Die stärkste gesundheitsschädliche Wirkung entfaltet
das Lösungsmittel Benzol. Es ist in der chemischen Industrie Ausgangsstoff
für eine große Anzahl von Verbindungen und wird bei Lacken und anderen
Produkten verwendet. Benzol ist eindeutig blutschädigend, krebserregend,
fruchtschädigend und erbgutverändernd. Vergiftungssymptome sind Reizwirkung
auf Haut und Schleimhäute, Schwindel, Kopfschmerz, Brechreiz, Trunkenheitsgefühl
und Euphorie. Folgen von Einatmen schwach konzentrierter Dämpfe über
einen längeren Zeitraum sind Abnahme der roten Blutkörperchen, Blutungen
in der Haut, Blutgefäßveränderungen, Leukämie infolge der
Schädigung der blutbildenden Stammzellen im Knochenmark und Knochenmarksschädigungen.
Für die Abschätzung des Krebsrisikos von Benzol wurde ermittelt, dass
bei einer lebenslangen (70 Jahre) inhalativen Aufnahme von einem Mikrogramm pro
Kubikmeter ein Krebsfall von 110.000 Personen zusätzlich entsteht.
Forschungsleiter Krassi Rumchev forderte erneut, dass insbesondere
für VOC dringend Grenzwerte ermittelt werden müssten. Erschreckend
in der Studie war auch, dass Asthma und Allergien häufig als Einheit auftraten.
So litten drei Viertel der Asthma-Kinder auch an Allergien, während von
den Gesunden nur die Hälfte an Allergien litt.
Quelle: pressetext.austria vom 26.08.2004
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