Ein bewegungstherapeutisch orientiertes Beratungskonzept / Teil 1
bios affair - Betten in Frankfurt / Rhein-Main  

1. Wir stehen, gehen und sitzen - wissen aber nicht wie


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1. Wir stehen, gehen und sitzen - wissen aber nicht wie
2. Sitzen ist komplizierter als Stehen
3. Aufrechtes Sitzen belastet die Bandscheiben stärker als entspanntes Stehen
4. Entlastende Bewegung statt einseitige Belastung
5. Die Augen steuern den Kopf
6. Eine neue Generation von Sitzmöbeln

Die Technisierung unserer Welt berührt das ganze Leben. Selbst Bereiche wie Freizeit, Sport oder Unterhaltung werden inzwischen methodisiert und von Spezialisten bearbeitet. Nur die fundamentalsten Tätigkeiten des Menschen konnten bisher noch nicht erfaßt und systematisiert werden. Das betrifft sowohl die grundlegenden Denkstrukturen als auch die einfachen Bewegungsabläufe wie das Gehen, das Stehen und das Sitzen. So wenig, wie wir etwas über die Lücken, Voraussetzungen und Grenzen unseres Bewußtseins wissen, genausowenig wissen wir, was wir tun, wenn wir zum Beispiel einen Arm heben. Die Bewegung eines Armes kann z. B. mit der Hand beginnen, mit dem Unterarm oder mit der Schulter. Trotzdem bleibt es ein Geheimnis, wie wir sie eigentlich ausführen. Die Kraft der Bewegung kommt natürlich von den Muskeln und der Impuls dazu vom Zentralnervensystem.

Ebenso ist es den Menschen nicht bewußt, dass ihre Bewegungsmuster sehr persönlich sind. Jeder einzelne Bewegungsablauf ist so individuell wie ein Gedanke. Die Verbindung von Bewußtheit und Muskeltätigkeit ist nicht zufällig, sondern Wesenszug unseres Seins: Es gibt keine willkürliche Muskelaktivität ohne Bewußtheit, wie es auch keinen Gedanken und keinen Gemütszustand gibt, der sich nicht mit einem konditionierten Schema von Muskelkontraktionen verbindet.

Diese Muskelaktivitäten sind natürlich oftmals sehr fein und laufen unterschwellig ab, sei es ein leichtes Anspannen der Hände, eine Bewegung der Augen oder eine Veränderung des Atems. Genauso unbemerkt, wie uns Muskelimpulse durchfluten, kommen und gehen auch die meisten unserer Gedanken. Wahrnehmen und Denken bedeutet zwar Bewußtsein, das heißt aber noch lange nicht, dass jeder Gedanke Bewußtsein über das Bewußtsein vermittelt. Anders ausgedrückt, die meisten Phasen unseres Bewußtseins verlaufen als Wachtraum ohne Reflexion oder Bewußtheit unseres Tuns.

Die grundlegende Einheit von Muskel- und Geist-Aktivitäten ist so umfassend, dass sie nicht nur Bewegungen aus dem Geist erlaubt, sondern, dass auch umgekehrt, bewußt ausgeführte Bewegungen Einfluss auf das Zentralnervensystem nehmen können. So läßt sich die Organisation unserer Bewegungen und Körperhaltungen, die wir über viele Jahre erlernt, eingewöhnt und im Gehirn gespeichert haben, systematisch "umprogrammieren". Das ist die große Entdeckung von Moshe Feldenkrais.

Durch feinfühlige Übungen mit neuen, alternativen Bewegungsabläufen können wir Freiheit von verinnerlichten, einschränkenden Bewegungs- und Haltungsmustern gewinnen. Wie diese Neustrukturierung der körperlichen Organisation in unserem Gehirn abläuft, bleibt natürlich unbewußt, die Bewegungen dazu müssen aber mit Bewußtheit durchgeführt werden. Das ist der Ausgangspunkt, von dem wir unsere Beratungstätigkeit aufbauen.

Es geht uns also nicht um eine Methode des "richtigen Sitzens", sondern um die Entwicklung von Aufmerksamkeit und Gefühl für Belastungen und Bewegungsabläufe, die mit dem Sitzen verbunden sind. In diesem Zusammenhang bieten wir Stühle und Sitzhilfen an, die dazu verhelfen, beim Sitzen in Bewegung zu bleiben

Wirbelsäule, wohl-koordiniert

Teil 2: Sitzen ist komplizierter als Stehen

 

 
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