Ein bewegungstherapeutisch orientiertes Beratungskonzept / Teil 2
bios affair - Das Bettenhaus in Frankfurt
 

2. Sitzen ist komplizierter als Stehen


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1. Wir stehen, gehen und sitzen - wissen aber nicht wi
e
2. Sitzen ist komplizierter als Stehen
3. Aufrechtes Sitzen belastet die Bandscheiben stärker als entspanntes Stehen
4. Entlastende Bewegung statt einseitige Belastung
5. Die Augen steuern den Kopf
6. Eine neue Generation von Sitzmöbeln

Das Sitzen ist uns in allen Bereichen unseres Lebens so selbstverständlich, dass es fast komisch anmutet, wenn man sich darauf besinnt, dass es vor nicht allzu langer Zeit anders war. So standen z. B. die Kontoristen früher den ganzen Tag an Stehpulten, um ihre Bürotätigkeit zu verrichten. Das hatte nichts mit der Armut des damaligen Angestelltenlebens zu tun, sondern entsprach den Vorstellungen jener Zeit.

Unser heutiger Geist dagegen ist darauf programmiert, dass wir uns bei jeder Gelegenheit einen Sitzplatz suchen müssen. Was soll nun ausgerechnet am Sitzen so schwierig sein? Die vertikale Ausrichtung der Wirbelsäule unterliegt einer beständigen, feinen Ausgleichsbewegung, vergleichbar mit einem Seiltänzer, welcher ebenfalls nur durch beständiges Schwanken sein Gleichgewicht findet. Im Stehen erfolgt die Ausrichtung der Wirbelsäule völlig unbemerkt durch das Zentralnervensystem. Die langen Rückenstrecker halten die Wirbelsäule aufrecht gegen die Schwerkraft, ohne dass wir absichtlich etwas dazu tun. Der Impuls zur Aufrichtung kommt von den Füßen, von den Rezeptoren des Nervensystems an Knochen und Gelenken, die Spannung vermittelt sich über das Becken.

Im Sitzen aber fehlt den Füßen der Gegendruck des Bodens und das Becken befindet sich in einer labileren Stellung. Das wirkt sich auf die Wirbelsäule aus, die im Becken verankert ist. Sobald die natürliche Balance verlorengeht, kann die Wirbelsäule nur durch absichtliche Anspannungen aufrecht gehalten werden. Anstrengungen aber wirken auf Dauer erschöpfend, so dass das Becken irgendwann nach hinten kippt, der Rücken sich krümmt und der Brustkorb in sich zusammenfällt.

Solange man ein gesundes und kräftiges Muskel-Bänder-System besitzt, ist nichts gegen eine gebeugte Sitzhaltung einzuwenden, obwohl damit eine größere Belastung für die Wirbelsäule verbunden ist. Bei einem geschwächten Bändersystem aber kann sich diese Belastung auf Dauer negativ auswirken. Und geschwächte Bändersysteme sind heutzutage leider der Normalfall. Als Hauptursache für diese Entwicklung gilt mangelnde Bewegung und die zunehmende Verbreitung sitzender Tätigkeiten.

 

Wirbelsäule im Stehen

Stehender Mensch:
Die gesamte Last des Oberkörpers wird von der Wirbelsäule getragen und an das Becken weitergegeben. Die Linie der Körpermitte verläuft versetzt zur Wirbelsäule (etwa 5 cm vor den Lendenwirbeln). Damit der Oberkörper nicht nach vorne kippt, wird im Rücken ein beständiger Zug von den langen Rückenmuskeln (Rückenstreckern) ausgeübt. Das Becken wird durch die Beckenmuskulatur fixiert.

Wirbelsäule im Sitzen Aufrecht sitzender Mensch:
Das Becken hat sich nach vorne gedreht, die Wirbelsäule musste sich neu ausrichten. Die Linie des Schwerpunktes hat dadurch nach vorne verschoben. Das bedeutet nach den Gesetzen der Statik, dass die Rückenstrecker mehr Kraft ausüben müssen, um den Oberkörper aufrecht zu halten. Dementsprechend erhöht sich natürlich auch die Kraft, die nun auf die Band- bzw. Zwischenwirbelscheiben einwirkt.
Teil 3: Aufrechtes Sitzen belastet die Bandscheiben stärker als entspanntes Stehen

 

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