Ein bewegungstherapeutisch orientiertes Beratungskonzept / Teil 3
bios affair - Betten in Frankfurt / Rhein-Main  

3. Belastung der Bandscheiben
     Aufrechtes Sitzen belastet mehr als entspanntes Stehen


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1. Wir stehen, gehen und sitzen - wissen aber nicht wi
e
2. Sitzen ist komplizierter als Stehen
3. Aufrechtes Sitzen belastet die Bandscheiben stärker als entspanntes Stehen
4. Entlastende Bewegung statt einseitige Belastung
5. Die Augen steuern den Kopf
6. Eine neue Generation von Sitzmöbeln

Diese Aussage ist nur nachzuvollziehen, wenn man sich vergegenwärtigt, dass der Körperschwerpunkt beim Sitzen weiter nach vorn verlagert wird. Die Rücken-Streck-Muskulatur muss daher zusätzliche Kräfte aufbringen, um diese Lastverlagerung auszugleichen und den Rumpf weiterhin aufrecht zu halten. Diese Kraft überträgt sich notwendigerweise auch auf die Bandscheiben.

Druckmessungen in den Bandscheiben (Forschungsprojekt von Prof. Wilke, Universität Ulm, siehe Archiv) haben gezeigt, dass neben der nach vorn gebeugten Sitzhaltung ausgerechnet die von den Rückenschulen empfohlene aufrechte Sitzhaltung den größten Druck in den Bandscheiben erzeugt. Abgestütztes lässiges Sitzen dagegen ist weniger belastend für die Bandscheiben. Der geringste Druck beim Sitzen wurde z. B, beim Zurücklehnen mit durchhängender Lendenwirbelsäule gemessen.
Es ist aber nicht erforderlich, sich nun nach Stühlen umzusehen, auf denen man mehr oder weniger liegend mit durchhängendem Kreuz sitzen kann, denn ein hoher Druck in der Bandscheibe ist, für sich genommen, nicht schädigend, sondern einseitige Belastungen, insbesondere in Verbindung mit Disharmonien und Schwächen des Muskel-Bänder-Systems im unteren Rumpfbereich.

Wir ziehen den Schluss, dass das gegenwärtige "Stuhlsitzen" unserer westlichen Kultur nicht als endgültige zivilisatorische Haltung zu betrachten ist und keinesfalls als optimale Dauerstellung zum Arbeiten.
Bei den Naturvölkern ist man nicht darart festgelegt und läßt sich u. a. auch auf den Boden nieder oder hockt auf allen möglichen Unterlagen und Schemeln.
Wir schließen uns daher den Empfehlungen der "Rückenschmerz-Forscher" an, die u. a. sagen: Lümmeln Sie mehr!

Sitzende in Hockstellung

natürliche Sitzhaltungen

3. 1  Das "richtige Sitzen" und der "anatomisch-richtige Stuhl"
Konsequenz obiger Überlegungen ist, dass es keinen "bandscheibengemäßen Stuhl" geben kann. Untersuchungen von Peer Eysel und Ulrich Betz an Universtätsklinik Mainz bestätigen dies. Sie ließen Versuchspersonen auf besonders anspruchsvollen und angeblich besonders rückenfreundlichen Stühlen am Computer arbeiten. Daraufhin wurde die Belastung der Muskeln und die Krümmung der Wirbelsäule vermessen, mit dem Ergebnis, dass keiner der Stühle irgendeinen biomechanischen Vorteil brachte.

Es gibt also weder "bandscheiben-gerechte" Stühle noch "richtiges" oder "falsches" Sitzen. Es gibt aber Positionen, die den Rücken und die Bandscheiben einseitig belasten und dabei vorhandene Schwächen verstärken. Sich dieser Schwachstellen bewußt zu werden und Stellungen zu finden, die entlastend wirken, ist der natürlichste Weg, um Probleme zu vermeiden bzw. zu vermindern. Schmerzen im Rücken sollten keinesfalls zu dem Schluss führen, diesen fortan möglichst wenig zu belasten. Denn ohne die normalen alltäglichen Belastungen würden die Knochen und Bandscheiben abbauen, die Muskeln und Bänder würden schwinden. Wer seinen Körper zu sehr schont, mit der Absicht, ihn zu erhalten, bewirkt somit letztlich das genaue Gegenteil.

Teil 4: Entlastende Bewegung statt monotoner Belastung

 

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