Ungemachte Betten lassen Hausstaubmilben austrocknen

Ein ungemachtes Bett mag zwar schlampig aussehen, aber es kann der Gesundheit dienen. Forscher der Universität Kingston haben herausgefunden, dass Hausstaubmilden ungemachte Betten nicht vertragen. Die Spinnentierchen können in den warmen, trockenen Bedingungen, die in ungemachten Betten herrschen, nicht überleben, berichtet die BBC.

Ein Bett beheimatet durchschnittlich mehr als 1,5 Mio. Hausstaubmilben. Die nicht einmal einen Millimeter langen Spinnentierchen ernähren sich von menschlichen Hautschuppen und produzieren Allergiestoffe, die der Mensch während des Schlafes inhaliert. Die warmen, feuchten Bedingungen eines belegten Bettes sind ideal für die Spinnentierchen. Milben überleben, indem sie der Atmosphäre das Wasser entziehen. Dies geschieht über körpereigene Drüsen. Forscher Stephen Pretlove: „So etwas Simples wie das Bett tagsüber nicht zu machen baut die Feuchtigkeit in Laken und Matratzen ab. Die Milben verdörren und sterben schließlich.“

Krankheiten, die durch Hausstaubmilden ausgelöst werden, verursachen in Großbritannien jährliche Kosten von 700 Mio. Pfund (ca. eine Mrd. Euro). Pretlove beweist mit seiner Studie auch, dass das Auftreten von Milben mit der Bauweise eines Hauses zu tun hat. Zum Beispiel isolieren einige Materialen bessere als andere. Seine Studie soll Architekten helfen, das Milbenrisiko zu senken.

Quelle: Pressetext Austria vom 18.01.2005

 

 

Info zur Hausstaubmilbe

Kleine Spinnentiere in der Größe von 0,1-0,4 mm, die im Hausstaub leben und sich ernähren. Sie lassen sich vor allem in Teppichen und in Matratzen finden. Sie nehmen den Sauerstoff direkt durch die Haut auf und benötigen eine relativ hohe Luftfeuchtigkeit, um den Wasserverlust, bedingt durch die dünne Haut, auszugleichen. Eine entsprechend hohe Luftfeuchtigkeit findet sich nur in bestimmten mikroklimatischen Nischen, so z. B. in den Matratzen. Das Milbenaufkommen schwankt jahreszeitlich, abhängig von der Luftfeuchtigkeit, welche im Sommer und Herbst in den Innenräumen am höchsten ist. Zu dieser Zeit findet sich auch die größte Milbenpopulation in den Wohnräumen. Hausstaubmilben ernähren sich u.a. durch die von Schimmelpilzen angesäuerten Hautschuppen. Die Exkremente der Hausstaubmilben enthalten Stoffe, die als Auslöser von Atemwegsallergien identifiziert wurden.

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