Ein bewegungstherapeutisch orientiertes Beratungskonzept / Teil 1
Siehe dazu in Referenz die Studie "Bett und Gesundheit" im Archiv

bios affair - Das Bettenhaus in Frankfurt  

1. Gesundheit ist ein Lebensvorgang und kein Konsumartikel


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1. Gesundheit ist ein Lebensvorgang - kein Konsumartikel
2. Leben heißt Bewegung - Schlafen auch
3. Das Lernvermögen des menschlichen Nervensystems
4. Den Körper restrukturieren - oder sich in der Matratze verlieren
5. Die Theorie von der "bandscheibengerechten" Matratze
6. Die Schwachpunkte der Wirbelsäule

Beim Kauf einer Matratze kommt natürlich die Frage auf, ob es bestimmte gesundheitliche Kriterien gibt, die bei der Auswahl zu beachten sind. Denn es gibt heute kaum noch einen Menschen, der nicht in irgendeiner Weise von Kreuzschmerzen betroffen ist.

Auch wenn man an eine Matratze zunächst keine besonderen Ansprüche stellt, außer dass man sich wohl fühlen und gut darauf schlafen will, ist es nicht leicht, eine Entscheidung bei der Vielfalt des Angebots zu treffen. Manche Anbieter heben die Qualität ihrer Materialien hervor, andere eine besondere Verarbeitungstechnik, wieder andere spezielle Funktionen. Und alle preisen ihre Matratzen als gesund an. Um die Glaubwürdigkeit zu erhöhen, versuchen die Verkäufer, ihre Aussagen medizinisch zu begründen.

Nun ist es aber so, dass in der klassischen Medizin kaum ein Hinweis darüber zu finden ist, wie sich der menschliche Körper eigentlich im Liegen organisiert bzw. wie sich die Wirbelsäule im Liegen streckt und wie sich die Organe im Bindegewebe neu anordnen.
Ungeachtet dieser Tatsache behaupten die Matratzenverkäufer schlichtweg, dass es allein darum ginge, die Wirbelsäule zu entlasten und dass entsprechende Stützzonen vorhanden sein müssen. Hinzu kommen noch Begriffe wie "bandscheibengerecht" oder "orthopädisch richtig", um der Behauptung medizinische Autorität zu geben.
Wenn man die Publikationen und Präsentationen der bekannten Matratzenhersteller unter diesen Voraussetzungen durchsieht, kommt man zu der überraschenden Schlussfolgerung, dass es zur Zeit nicht einen Anbieter gibt, der die Dynamik des menschlichen Bewegungsapparates in seine Argumentation einbezieht.
Die Matratzenhersteller wissen offensichtlich weder etwas von der Integrationsfähigkeit des Nervensystems noch etwas über den Zusammenhang von "tonischer" Muskelaktivität, willkürlicher Muskelaktivität und Entspannung (siehe Anmerkung unten).

Wir können das ohne weiteres behaupten, denn die Kenntnis von den dynamischen Funktionen des menschlichen "Bewegungsapparates" hätte ein ganz anderes Auftreten zur Konsequenz. Die Beschäftigung mit der neuromuskulären Organisation des Körpers führt zu der Einsicht, dass der Körper grundsätzlich sehr beweglich ist und weitaus veränderungs- und anpassungsfreudiger, als man gemeinhin annimmt. Und diese Einsicht führt zu einer ganz anderen Liegekonzeption.

Die herkömmliche Art der Beratung bei Rückenproblemen ist bekannt: Man geht auf die Menschen ein, indem man sie in ihrer Orientierung auf ihr Leid bestätigt, während man andererseits den Glauben an die Festgelegtheit und zunehmende Versteifung des Körpers bestärkt. Eingestimmt auf diese Krankheitsperspektive, ergibt es sich mehr oder weniger von selbst, wie empfohlen, eine besonders stützende, "orthopädisch richtige" Matratze zu kaufen.

Das Konzept des Dynamischen Liegens dagegen lenkt die Aufmerksamkeit des Menschen auf seine Lebendigkeit, seine Beweglichkeit und auf seine Möglichkeiten zur Veränderung. Wir (als Matratzenanbieter) wollen und können nicht so tun, als ob sich Gesundheit kaufen oder konsumieren ließe. Gesundheit bzw. Gesundung ist nichts Äußerliches und läßt sich am ehesten als ein Prozeß beschreiben, an dem der Mensch innerlich und aktiv beteiligt ist. Das hat zur Konsequenz, dass bei der Beratung das Bett an die zweite Stelle tritt und der Mensch an die erste.

Anmerkung:
Die " tonische" oder "Anti-Schwerkraft-Muskulatur" richtet den Körper gegen das Schwerefeld der Erde aus, gesteuert durch das autonome Nervensystem. Die "willkürlichen" und "bewußten" Muskelaktivitäten überlagern oftmals diesen natürlichen Ausrichtungsprozeß. Und dies geschieht wiederum normalerweise völlig unbewußt, weil sich viele Muskeltätigkeiten durch die Gewöhnung dem Bewußtsein entziehen. So ist es kaum einem Menschen bewußt, dass sich z. B. alle Gefühlsimpulse mit Mustern von Muskelregungen verbinden.

Gesund liegen - gesund schlafen Teil 2

 Leben heißt Bewegung - Schlafen auch

 

Wirbelsäule in Idealform
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