Gesund Liegen - gesund Schlafen
Ein bewegungstherapeutisch orientiertes Beratungskonzept / Teil 2

bios affair - Betten in Frankfurt / Rhein-Main  

2. Leben heißt Bewegung - Schlafen auch


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1. Gesundheit ist ein Lebensvorgang - kein Konsumartikel

2. Leben heißt Bewegung - Schlafen auch
3. Das Lernvermögen des menschlichen Nervensystems
4. Den Körper restrukturieren - oder sich in der Matratze verlieren
5. Die Theorie von der "bandscheibengerechten" Matratze
6. Die Schwachpunkte der Wirbelsäule

Wenn wir sagen, der Mensch steht an erster Stelle, meinen wir damit, dass wir schwerlich ein "gesundes" Bett verkaufen können, wenn wir nicht zugleich die Menschen ernst nehmen, die mit dem Bettenkauf auch auf Abhilfe für ihre Rückenprobleme suchen. Denn wir wissen, dass sich die Beschwerden nicht durch ein neues Bett beseitigen lassen, da sie mit großer Wahrscheinlichkeit auch nicht durch das bisherige Bett entstanden sind. Wenn man aber sein Bewegungsverhalten ändert, kann eine richtig ausgewählte Matratze dabei helfen, die angeregten Umstrukturierungsprozesse zu unterstützen. Wir wollen den Kunden aber nicht nur auf solche allgemeinen Zusammenhänge hinweisen, sondern ihm, soweit als möglich, konkrete Anregungen und praktische Hilfestellungen geben.

2.1   Stützung durch "Rückenprothesen"

Die verschiedenen Herangehensweisen an das Thema "Liegen und Schlafen" sind Ausdruck einer unterschiedlichen Lebensauffassung. Das wollen wir in der Gegenüberstellung verdeutlichen. Wie es scheint, begreifen die meisten Matratzenanbieter den Menschen als ein Wesen, welches die Entwicklung zum aufrechten menschlichen Gang nicht richtig verkraftet hat. Daher, so die Meinung, muss die angeblich überlastete Wirbelsäule schonend behandelt und entlastet werden. Man könnte meinen, die Matratzenverkäufer stehen vor der Frage, die sich einem Verpackungstechniker stellt, der eine Figur mit unregelmäßigen Formen sicher lagern soll: in der Seitenansicht das nach hinten gewölbte Gesäß, in der Frontansicht die seitlich vorspringenden Schultern und das geschwungene Becken. "Verpackungstechnisch" ist das natürlich kein Problem: Im Bereich von Schulter und Becken müssen Aussparungen ("z. B, Schulterabsenkung") geschaffen werden, während die schlankere Taille der Figur einer Unterfütterung ("Lordosenstütze") bedarf.

Die Philosophie der meisten Betten- und Matratzenhersteller geht nicht nur von vergleichbaren Überlegungen aus, sie kommt auch zu denselben Schlussfolgerungen, ohne den Unterschied zu berücksichtigen, dass es sich hier um die Lagerung eines lebendigen, dynamischen und sehr anpassungsfähigen Organismus handelt, dessen innere Natur durch Bewegung bestimmt wird.

2.2   Entwicklung von Körpergefühl

Unser dynamischer Ansatz orientiert sich an der Feldenkrais-Methode (siehe weiter unten) und beruht auf der Erfahrung, dass das "Alltagsphänomen Rückenschmerzen" kein entwicklungsgeschichtlich bedingtes statisches Problem ist, sondern ein kulturelles. Denn schon in der Kindheit beginnt ein Prozess der Ausgrenzung von Bewegungsmöglichkeiten - dadurch, dass aus der Vielfalt der möglichen Haltungs- und Bewegungsmuster nur einige wenige ausgewählt und erlernt werden. Das führt dazu, dass dem erwachsenen Menschen keine Alternativen zur Verfügung stehen, wenn Beschwerden auftauchen. Die benötigt er aber, wenn die gewohnten und eingefahrenen Bewegungsabläufe Probleme verursachen. Es bleibt ihm dann nichts anderes übrig, als zu verharren oder in alter Manier fortzufahren und darunter zu leiden. Die Probleme werden sich auf diese Weise weiter verstärken bis möglicherweise ernsthafte Schäden auftreten.

Der dynamische Ansatz zielt dagegen darauf ab, dem Menschen neue Zugänge im Umgang mit seinem Körper zu eröffnen. Es geht darum, zu lernen, die alltäglichen und selbstverständlichen Bewegungsabläufe, also das, was man schon kennt, auf eine andere Weise zu tun. Denn nur so lassen sich überflüssige Anspannungen dauerhaft lösen und neue "Sackgassen" (also Bewegungsengpässe) vermeiden. Eine wichtige Voraussetzung dafür ist die feinfühlige und differenzierte Wahrnehmung des eigenen Körpers.

2.3   Was der Besucher bei uns erwarten kann

Wir möchten unsere Erfahrung weitergeben, die wir in der Auseinandersetzung mit dem Thema "Liegen, körperliche Organisation und Matratzen" in Theorie und Praxis gewonnen haben. So raten wir unseren Kunden zuerst, sich beim Probeliegen auf den einzelnen Matratzen so viel Zeit zu nehmen, dass sich die Streckmuskulatur des Rückens lockern kann. Denn erst dann wird sich die Sensibilität für eine genauere Beurteilung einstellen können. Wir möchten unseren Kunden weiterhin zeigen, wie man sich beim Matratzen-Probeliegen, dem häufigen Aufstehen- und Niederlegen, bewegen kann, ohne die Hals- und Lendenwirbelsäule unnötig zu strapazieren. Außerdem wollen wir dabei helfen, Beschwerden zu analysieren, die sich mit bestimmten Liegestellungen verbinden, um Alternativen zur gewohnten Problembehandlung herauszufinden. Z. B. die verschiedenen Möglichkeiten, wie man in der Seitenlage die untenliegende Schulter positionieren kann, ohne dass das Gewicht des gesamten Oberkörpers darauf lastet. Bei tiefergehenden Problemen organisieren wir eine kostenlose Beratung durch autorisierte Feldenkrais-Lehrer/innen. Darüber hinaus vermitteln wir die Möglichkeit zur Teilnahme an einführenden Gruppenübungen, ebenfalls unverbindlich und kostenlos.

Wer sich genügend Zeit und Ruhe zum Probeliegen nimmt, und durch etwas Geduld und Aufmerksamkeit eine Wahrnehmung für die Unterschiede entwickelt, wird sich schnell seiner Körperschwerpunkte und auch seiner Empfindlichkeiten bewußt werden. Er wird vielleicht entdecken, dass sich die Rückenkonturen durch die aufmerksame Wahrnehmung und Sensibilisierung des Körpers verändern, und dass der Bedarf an Abstützung eine relative Angelegenheit ist. Der Rücken bleibt nicht immer derselbe, was heute als angenehm empfunden wird, ist morgen vielleicht schmerzhaft und umgekehrt. Der Mensch selbst ist es, der seinen Rücken wieder in Besitz nehmen und sich verändern kann und nicht das Bett.

Gesund Liegen - dynamisch Liegen Teil 3

Das Lernvermögen des menschlichen Nervensystems

 

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