Gesund Liegen - gesund Schlafen
Ein bewegungstherapeutisch orientiertes Beratungskonzept / Teil 4

bios affair - Das Bettenhaus in Frankfurt
 

4. Den Körper restrukturieren oder in der Matratze verlieren


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1. Gesundheit ist ein Lebensvorgang - kein Konsumartikel

2. Leben heißt Bewegung - Schlafen auch
3. Das Lernvermögen des menschlichen Nervensystems
4. Den Körper restrukturieren - oder sich in der Matratze verlieren
5. Die Theorie von der "bandscheibengerechten" Matratze
6. Die Schwachpunkte der Wirbelsäule

Der "organische Weg" und der "mechanische Weg"
Dynamische Entspannung
 
Statische Entlastung
Erholung ist ein Prozeß, vollständige Spannungslosigkeit dagegen bedeutet Stillstand. Der Erholungsprozeß wird eingeleitet durch Entlastung und Bewegung. Es handelt sich dabei um ein komplexes Zusammenspiel zwischen Muskeln, Bändern, Bindegewebe und Zentralnervensystem.   Orientiert an der Fiktion einer "anatomisch richtigen Lagerung" versuchen die "bio-mechanisch" orientierten Konstrukteure eine systematische Entlastung zu schaffen. Der Körper soll so tief in die Matratze einsinken, dass er Punkt für Punkt gleichmäßig abgestützt wird.
Bewegung im Schlaf
 
Passivität
Im Schlaf finden nicht nur die Erholungsprozesse des vegetativen Organismus statt. Auch die Bewegungsorgane sind bestrebt, sich neu zu organisieren. Und eine Neuausrichtung der muskulären Abläufe ist ohne Bewegung nicht möglich. Die Matratzen, die nach dem Konzept des "Dynamischen Liegens" gefertigt werden, unterstützen diesen natürlichen Bewegungsfluss und motivieren den Körper, sich zu strecken und zu räkeln.   Die konsequent weiche, punktelastische Lagerung hat den Effekt, dass der Körper vom "Boden" "abhebt" und gewissermaßen ins Schwimmen kommt. Für eine emfindliche Puppe wäre das sicher eine optimale Lagerung, da sie so nirgends anstoßen kann. Für einen lebendigen Organismus aber ist dieser fehlende Bodenkontakt wenig förderlich. Der "Bewegungsapparat" erfährt sich dadurch wie gefangen und wird zur Passivität verurteilt.
Postives Feedback
 
Desorientierung
Das bedeutet: den Körper wahrnehmen und ihm Orientierung ermöglichen. Je deutlicher der Kontakt mit der Unterlage ist, desto leichter kann sich der Körper organisieren. Eine relativ feste und ebene Unterlage vermittelt dem Körper ein klares Gefühl seiner Konturen und Schwerpunkte. Die Unterlage wirkt dabei wie ein Spiegel für das Nervensystem.   Auf einer weichen, schaumigen Matratze verschwimmt das Gefühl der Körpergrenzen und damit verschwinden auch die Orientierungsmöglichkeiten des Körpers. Der Körper "verliert" sich in der Matratze. Derart "abgeschaltet" hat er keine Möglichkeiten, sich neu zu organisieren und sich seinerseits an die Unterlage anzuschmiegen.
Eigendynamik
 
Ruhigstellung
Das Konzept des "Dynamischen Liegens" geht von der Erfahrung aus, dass sich der Rücken und der Körper insgesamt während der Nachtruhe umstrukturieren. Das führt zu der Einsicht, dass der Bedarf an Abstützung eine relative Angelegenheit ist, abhängig von den Tagesbelastungen und von der Fähigkeit, sich daraus zu lösen.   Der Rücken hat unter diesen Bedingungen keinen Anreiz, sich zu strecken und hat auch kaum die Möglichkeit dazu. Selbst wenn sich der große Psoas-Muskel zwischen Lendenwirbel und Oberschenkelknochen genügend entspannt hat, kann sich das Kreuz nicht strecken, da es infolge der Abstützung durch die Matratze fixiert wird.
Liegen mit stark abgestütztem Rücken

Stark abgestützter Rücken. Die Wirbelsäule wird durch die Abstützung in ihrerPosition festgehalten und kann sich nicht strecken, auch dann nicht, wenn sich die großen Psoas-Muskeln (zwischen Lendenwirbel undOberschenkelknochen) entspannt haben.

Liegen auf festem Untergrund

Lagerung auf festem Untergrund. Die Wirbelsäule kann sich strecken,
sobald sich Psoas und Rückenstrecker lockern.

Um Missverständnisse zu vermeiden, möchten wir betonen, dass das Konzept des "Gesund liegen - dynamisch liegen" nicht etwa bedeutet, auf die Stützung des Rückens zu verzichten. Es geht vielmehr nur darum, dem Rücken nicht mehr Abstützung zu geben, als er bedarf, aber auch nicht weniger. Zu starke Stützung blockiert den Prozeß der Re-Strukturierung, eine zu ebene Lagerung dagegen kann unter Umständen Schmerzen hervorrufen, z. B. bei starken Verspannungen oder bei einem ausgeprägten Hohlkreuz. Schmerzen sind zwar oftmals Teil eines Heilungsprozesses, wenn sie aber das erträgliche Maß überschreiten, verhärten sich die verspannten Muskelstränge und unterbinden ebenfalls den Re-Strukturierungsprozeß.

Entspannte Lendenwirbelsäule

Ausgleichstellung:
In dieser Haltung kann die Muskulatur keinen Zug auf die Wirbelsäule ausüben, so dass sich die Lendenwirbel uneingeschränkt strecken können. In dieser Stellung läßt sich eine wirkungsvolle Rückenübung ausführen. Allerdings müssen Sie sich dazu auf den Boden legen. Drücken Sie dann mit den Fersen in den Boden, so dass das Becken etwas in Richtung Kopf rollt (das Steißbein hebt sich). Lassen Sie dann wieder los und rollen das Becken in Richtung Füße (das Steißbein neigt sich zum Boden). Diese Übung wird auch Beckenschaukel genannt, sie fördert die Harmonisierung der Wirbelsäule. Der Effekt läßt sich noch steigern, wenn man die Schaukelbewegung langsam in diagonaler Richtung übergehen läßt, erst zu einer Seite, dann zur anderen.

Gesund Liegen - dynamisch Liegen Teil 5

Die Theorie von der "bandscheibengerechten" Matratze

 

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