Wir möchten unseren Kunden Matratzen anbieten, auf denen
sie gut liegen und erholsam schlafen können. Unter
einer guten Matratze verstehen wir erstens, dass bei der Herstellung weitgehend
natürliche
und umweltfreundliche Materialien verarbeitet werden.
Diese Qualität
setzen die Kunden bei einem ökologisch orientierten
Unternehmen als selbstverständlich voraus.
Daher fragen sie auch nicht nach
der Schadstoffkontrolle oder nach den klimatischen Eigenschaften der Matratzen. Die
häufigste Frage, mit der wir konfrontiert
werden, betrifft das „Gesunde Liegen“, die Kriterien für eine „anatomisch-richtige“ Lagerung. Gerade
weil die herkömmlichen Bettengeschäfte sehr massiv mit derartigen
Argumenten werben, werden wir gefragt, ob auch wir unsere Matratzen entsprechend „medizinisch“ legitimieren.
Alle üblichen
Publikationen zum Thema „Gesundes
Liegen“ stimmen
mehr oder weniger darin überein, dass eine Matratze „punktelastisch“ sein
und den Körper „anatomisch unterstützen“ soll, damit die
Wirbelsäule in ihrer „natürlichen S-Form“ ruhen kann. So
ist es kein Wunder, dass die meisten Hersteller ihre Produkte mit entsprechenden
Prädikaten anpreisen, obwohl deren Matratzen durchaus unterschiedlich aufgebaut
sind und voneinander abweichende Stützeigenschaften besitzen.
Einige Matratzenanbieter
sind inzwischen dazu übergegangen, Vermessungen der Wirbelsäule anzubieten,
um für jeden Kunden ganz „objektiv“ die „anatomisch-richtige“ Matratze
ermitteln zu können.
Aber auch mit dieser Methode gelingt es nicht ohne weiteres, die Kunden zu überzeugen,
insbesondere dann nicht, wenn die „objektiven“ Messergebnisse nicht
mit den Wahrnehmungen und Wünschen der Kunden übereinstimmen.
Wir können uns dieser Vorgehensweise nicht
anschließen. Wir
sind auch nicht der Überzeugung, dass es beim gesunden Liegen um die hoch
mystifizierte „Wirbelsäule“ geht,
genauso wenig, wie wir an eine „natürliche Lagerung“ der Wirbelsäule
glauben. Gäbe es wirklich eine objektive, natürliche Lagerung, dann
wären ja alle diesbezüglichen Probleme mit etwas Technik durchaus
lösbar.
Wir sehen die Probleme der nächtlichen und morgendlichen Rückenbeschwerdenvielmehr
im Bereich von Muskeln, Bändern und Faszien (Muskelhäute), denn diese
richten die Wirbelsäule aus und halten sie tagsüber aufrecht. Es ist
dieser Bänder“apparat“, der sich nachts erholen und reorganisieren
muss und nicht die Wirbelsäule. Den Wirbelknochen ist es egal, wie sie liegen
und wie sie ausgerichtet werden, ebenso den viel beschworenen Bandscheiben (siehe
dazu im Archiv unter "Druckmessung
an den Bandscheiben").
Es gibt weder eine „Normalwirbelsäule“ noch ihre „natürliche
Lagerung“. Alle bekannten Lehrmeinungen bezüglich der „richtigen
Rückenlagerung“ haben nach unserer Auffassung wenig mit den Wirklichkeiten
der einzelnen Menschen zu tun.
Jeder Mensch zeichnet sich durch seine einzigartigen Bewegungsabläufe
und Haltungsmuster aus. Das menschliche Bewegungsmuster ist genauso persönlich
wie der mentale Charakter. Wenn also dauerhafte einseitige Belastungen und eingeschliffene
Gewohnheiten zu Beschwerden führen, können diese nur individuell gelöst
werden. Muskeln, Bänder und Faszien reorganisieren sich nicht durch einfache
Ruhigstellung und Entlastung, sondern benötigen je nach vorhandenen Problemen
und Gewohnheitsmustern gegenläufige Spannungen und Bewegungen, um einen
Ausgleich zu den vorhergehenden Belastungen zu erzielen.
Das ist wahrscheinlich
auch ein Grund dafür, warum viele Menschen den
Wunsch haben, auf relativ festen Matratzen zu schlafen. Sie wollen gerade nicht
in die Matratze einsinken, weil sich dabei der Bewegungs“apparat“ und
die Wirbelsäule nicht wie gewünscht ausrichten und strecken können.
Ausführliche
Informationen hierzu finden Sie in unserer Schrift "Gesund
Liegen - dynamisch Liegen" auf dieser Webseite.
Bei der Beratung suchen wir für jeden Menschen eine individuelle
Lösung,
die sich an dem jeweiligen Bewegungscharakter und den persönlichen Gewohnheiten
orientiert. Unsere Ratschläge und Empfehlungen müssen mit der individuellen
Körperwahrnehmung übereinstimmen. Daher werden wir einem Menschen,
der es gewohnt ist, auf stark nachgiebigen Matratzen zu schlafen und sich darauf
wohl fühlt, nicht dazu raten, auf einer festen und schwingungsarmen Matratze
zu schlafen, genauso wenig, wie wir einem „Futonschläfer“ einen
Federlattenrost empfehlen würden, außer es ist sein ausdrücklicher
Wunsch.
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