Schlaf

Gesammelte Beiträge zum Thema Schlaf

 

Kaltes Schlafzimmer verbessert den Stoffwechsel und hilft beim Abnehmen

Niedrige Schlafzimmertemperaturen und eine dünne Bettdecke verbessern den Stoffwechsel, erhöhen den Energieverbrauch und helfen beim Abnehmen.

Grund dafür ist eine subtile Transformation der „braunen Fettreserven“. Das braune Fett gilt als das „gute Fett“. Bis vor kurzem nahm man an, dass dieses Fett nur bei Säuglingen vorkommt, nicht aber bei Erwachsenen.

Vor wenigen Jahren hat man nun auch bei Erwachsenen geringe Ablagerungen des braunen Fettgewebes im Nackenbereich und am oberen Rücken entdeckt. Das ist bedeutsam, denn das braune Fettgewebe kann den Stoffwechsel anregen.

Bei Experimenten an Mäusen hatte man zuvor herausgefunden, dass dabei Zucker zur Kalorienverbrennung dem Blut entzogen wird, um die Körper-Kerntemperatur zu halten

Um die Aktivität des braunem Fettes besser zu verstehen, hat das National Institutes of Health fünf junge Männer dazu gebracht, vier Monate bei unterschiedlichen Temperaturen in Klimakammern zu übernachten. Dabei wurde darauf geachtet, dass alle die gleiche Menge an Kalorien zu sich nahmen.

Im ersten Monat wurden die Temperatur auf den moderaten Wert von 24° eingestellt. Erwartungsgemäß gab es keine Veränderungen im Stoffwechsel.

Im zweiten Monat wurde die Temperatur dann auf 19° gesenkt. Und es zeigten sich auffallend deutliche Veränderungen: das Volumen des braunen Fettgewebes verdoppelte sich. Die Insulinempfindlichkeit, die auf Veränderungen des Blutzuckers reagiert, verbesserte sich, berichtet Francesco S. Celi, der Studienleiter (inzwischen Professor an der Virginia Commonwealth University). „Es waren alles gesunde junge Männer, die daran teilnahmen. Und nur durch das Schlafen in kühlen Räumen verbesserte sich ihre Stoffwechselqualität“. Sie hatten dadurch ein geringeres Risiko an Diabetes und andern Stoffwechselproblemen zu erkranken.

Auch tagsüber wurde bei den Versuchspersonen eine erhöhte Energieverbrennung registriert, die aber nicht ausreichte, um das Gewicht innerhalb den vier Wochen zu reduzieren.

Im dritten Monat bei chilligen 27° verschwanden alle eingetretenen Verbesserungen und schließlich hatten die Männer sogar weniger braunes Fett als bei der ersten Untersuchung.

Die Message seiner Studie, sagt Celi, ist, dass man fast ohne Mühe die Gesundheit des Stoffwechsels verbessern kann, indem man einfach das Thermostat um einige Grad herunterdreht.

Quelle: New York Times Magazine vom 20. 7.2014

Durch Hypnose den Tiefschlaf verlängern.

Schlafforscher der Univeristät Zürich und Fribourg unter der Leitung von Maren Cordi und Björn Rasch haben mit ihren Untersuchungen nachgewiesen, dass man den Tiefschlaf durch einfache Hypnosetechniken deutlich verbessern kann. Und das ist von Bedeutung, denn der Tiefschlaf ist nicht nur wichtig für die körperliche Erholung, sondern auch für das Gedächtnis und für die Stärke des Immunsystems.
Bei der Studie wurde der Tiefschlaf mittel EEG kontrolliert, also über elektrische Hirnimpulse, die sich im Tiefschlaf als gleichmäßige, langsame Wellenbewegungen darstellen.

Für den Test wurden 70 junge und gesunde Frauen zu einem 90 minütigen Mittagsschlaf ins Schlaflabor geladen. Zuvor wurden die Frauen durch einen Test in mittelgut hypnotisierbar und weniger gut hypnotisierbar eingeteilt. Man geht davon aus, dass ungefähr die Hälfte der weiblichen Bevölkerung mittelgut hypnotisierbar ist, während die Männer statistisch etwas darunter liegen. Die Hypnose wurde durch das Anhören eines Textes mit suggestiven Formeln wie „tiefer schlafen“ eingeleitet.

Die Forscher kamen nach der Untersuchung zu dem Ergebnis, dass die mittelgut hypnotisierbaren Frauen durch die Hypnose einen um 80 % höheren Tiefschlafanteil hatten und dass sich die Wachzeit um ein Drittel verringert hatte. Die weniger gut hypnotisierbaren Frauen hatten  keinen Vorteil durch die Hypnose.

Fazit der Forscher: Menschen mit Schlafproblemen und insbesonders ältere Menschen könnten von der Hypnose profitieren, soweit sie auf Hypnose ansprechen, denn Hypnose ist frei von Nebenwirkungen.

Quelle: Schweiz Magazin vom 2.6.2014

Neue Funktion des Schlafs entdeckt: Taking out the Trash.

Im Schlaf schwämmt das Gehirn Abfallprodukte des Stoffwechsels aus.

Trotz der Entdeckung dieses physiologisch bedeutsamen Prozesses, bleibt der Sinn des Schlafs weiterhin mysteriös. Allein wenn man bedenkt, dass nicht nur Menschen, sondern auch alle Tiere auf den Schlaf angewiesen sind.

Wissenschaftler der Rochester-Universität, New York haben an Mäusen festgestellt, dass das Gehirn im Schlaf deutlich mehr von der Gehirnflüssigkeit durchspült wird als im Wachzustand. Zwar war vorher schon bekannt, dass die Astrozyten (Gliazellen) den Fluss der Hirnflüssigkeit regulieren, indem sie anschwellen und schrumpfen.
Die Forscher der Rochester-Universität konnten nun durch injizierte Farbstoffe beobachten und messen, dass sich die Lücken zwischen den Zellen im Schlaf um 60 % gegenüber dem Wachzustand vergrößern und dass sich der Abfluss an manchen Stellen verdoppelt.

Maiken Nedergaard von der Rochester-Universität New York merkt dazu an, dass der Schlaf die zelluläre Struktur des Gehirns radikal verändert, so dass es in einen völlig anderen Zustand zu wechseln scheint.

Der Schlaf bleibt weiterhin ein Rätsel.

Science 18 October 2013:
Vol. 342 no. 6156 pp. 373-377
DOI: 10.1126/science.1241224

Schlafapnoe, Übergewicht und Stützstrümpfe

Übergewichtige Menschen sind am meisten von Schlafapnoe (nächtliche Atemaussetzer) betroffen. Das beruht wohl darauf, dass sich Fett in den Atemwegen anlagert und die Atemwege verengt. Wenn sich dann im Schlaf die Muskulatur der oberen Atemkanäle entspannt, fällt der Rachenraum zusammen und es kommt zu Atemaussetzern, teilt Prof. Karl Hörmann von der Universitätsklinik HNO in Mannheim mit.
Nach Prof. Hörmann können die Atemaussetzer durch eine Reduktion des  Körpergewichtes von 10 %, um die Hälfte verringert werden.

Quelle: Welt online / 31.05.2012

Stützstrümpfe gegen Atemaussetzer

Interessant erscheint auch die Meldung, dass Stützstrümpfe bei nächtlichen Atemaussetzern helfen können. Diese Nachricht bezieht sich allerdings auf Menschen, die unter Venenschwäche leiden.

Ausgehend von der Hypothese, dass sich bei Menschen mit schwachen Venen tagsüber Flüssigkeit in den Beinen ansammelt, die dann nachts beim Liegen in den Halsbereich fließt und dabei die Luftröhre einengt, haben Forscher der Universität Brescia Untersuchungen vorgenommen.

So ließen sie Patienten mit Venenschwäche eine ganze Woche Kompressionsstrümpfe tragen, um dann nachts den Atem zu überwachen. Es stellte sich heraus, dass sich schon nach einer Woche die Atemunterbrechungen um 36 % pro Stunde reduzierten.

Quelle: Welt online / 12.08.2011

Ältere Menschen benötigen weniger Schlaf und sind dennoch ausgeruht

Eine Universitätsstude bestätigt die alte Volksweisheit, dass alte Leute weniger Schlaf benötigen als jüngere. Die Studie der University of Surrey in Guildford bei London wurde mit 110 Personen in 3 unterschiedlichen Altersgruppen durchgeführt. Alle Versuchspersonen litten zuvor nicht unter Schlafstörungen.

Die Auswertung der Studie ergab, dass die Versuchspersonen im Alter zwischen 40 und 55 Jahren in der nächtlichen Ruhezeit von 8 Stunden durchschnittlich 23 Minuten weniger schliefen als die Personen der Altersgruppe zwischen 20 und 30 Jahren. Eine weitere Altersgruppe zwischen 66 und 83 Jahren schlief nochmals durchschnittlich 20 Minuten weniger, so dass der Unterschied zwischen der jüngsten und ältesten Gruppe etwa 45 Minuten betrug.

Die jungen Versuchspersonen benötigten zum Einschlafen 8 – 9 Minuten, die älteren ca. 14 Minuten. Die Forschergruppe unter der Leitung von Derk-Jan Dijk war erstaunt, dass sich die älteren Menschen trotz weniger Schlaf nicht müder oder erschöpfter zeigten als die jüngeren.

Eine Erklärung für die unterschiedlichen Schlafsbedürfnisse konnte nicht gegeben werden.

Quelle: Welt Online von 02.02.2010
Orginal: SLEEP 2010;33(2):211-223 (Official Publication of the Associated Professional Sleep Societies, LLC

Warum die Franzosen kein Federbett kennen

Die traditionell überlieferten Betten aus dem nördlichen Teil Europas werden in der Museumsliteratur als Kasten-, Rahmen oder Zargenbetten bezeichnet. Das deutlichste Merkmal sind die hohen Seitenwände, die wohl aus klimatischen Gründen erforderlich waren,  um eine größere Menge isolierender Materialien wie Heu oder Stroh aufzunehmen. Entwickelt haben sich die Rahmen- und Kastenbetten aus den nordischen Schrankbetten.

Demgegenüber finden sich in der Überlieferung die flacheren Pfostenbetten, die aus einem Rahmen mit Brettern oder Spannbändern bestehen, der von von vier Eckpfosten getragen wird. Die Tradition der Pfostenbetten stammt aus dem mediterranen Raum. dass nun gerade in den Überlieferungen in Nordwestdeutschland und Rheinland Pfostenbetten zu finden sind, läßt sich daraus erklären, dass diese Regionen Zentren der römischen Kolonien waren.

Diese Grenze der Begegnung nordischer Betten mit mediterraner Bettkultur und die Prägekraft kultureller Traditionen zeigen sich auch daran, dass die Franzosen keine Federbett kennen und auch heute noch keine Einziehdecken verwenden, obwohl das Klima in großen Teilen Frankreichs mit dem in Deutschland zu vergleichen ist.

Klarträumen

Klarträumen ist ein neuerer Begriff für eine alte indianische und tibetanische Technik, sich des Träumens bewußt zu werden und in die Träume einzugreifen. Der Träumer „kann dabei nicht nur seine eigenen Handlungen kontrollieren, sondern auch auf die Traumumgebung einwirken. Die Wahrnehmung der Traumhandlung ist meistens nicht wie üblich verschwommen und unzusammenhängend, sondern fast realistischer als die Realität selbst.“ (Zitat Wikipedia)

Diese erstaunliche Kunst des „Klarträumens“ wurde in der westlichen Welt erst in den achtziger Jahren wahrgenommen (wahrscheinlich nicht zuletzt durch den Einfluss der Bücher von Carlos Castaneda) und wird seither von diversen wissenschaftlichen Einrichtungen untersucht. Denn es hat sich herausgestellt, dass man das „Klarträumen“ durchaus (bis zueinem gewissen Grad) erlernen und u. a. auch leistungsfördernd einsetzen kann.

Das Sportinstitut der Universität Heidelberg sucht Versuchsteilnehmer für Online-Experimente und informiert über „Klartraumerwerbstechniken“. Siehe unter: www.klartraum.de 

Deutsche schlafen am liebsten auf der Seite

Schlafstellung:
Nach einer Umfrage von TNS-Emnid zum „Weltschlaftag 2009“ schlafen 80% der Befragten am liebsten auf der Seite, 31% auf dem Rücken und 24% auf dem Bauch.

Schlafkleidung:
47% der Befragten schlafen im Pyjama,  16% im T-Shirt, 15% im Nachthemd und 5% nackend. 12% schlafen mit Unterhose bzw. Slip.

Schlafumgebung:
5% der Befragen lieben ein kühles Zimmer für die Nachtruhe, 24% ziehen dagegen ein warmes Zimmer vor. Dementsprechend schlafen 57% bei offenem Fenster und 41% bei geschlossenem Fenster.

Diese Befragung wurde im Auftrag vom  „Infoservice Gesunder Schlaf“ (Lundbeck GmbH) an 1002 Männern und Frauen über 14 Jahren durchgeführt. Quelle: presseportal.de vom 19.03.2009

Klarträumen zur Verbesserung sportllcher Leistungen

Wissenschaftler der Universität Heidelberg haben in Experimenten herausgefunden, dass man durch das Klarträumen auch sportliche Leistungen verbessern kann. So wurde bei einem Experiment geübt, im Traum Münzen in eine zwei Meter entfernte Tasse zu werfen. Die Trefferquote bei den Probanden, die im Klartraum geübt hatten, lag um 40 Prozent höher, als bei denjenigen, die nicht an der nächtlichen Übung teilgenommen hatten.

Klarträumen oder lucides Träumen benennt den paradoxen Zustand, während des Schlafes „wach“ zu sein und das Träumen weitgehend selbst steuern zu können.

Die wissenschaftliche Bestätigung für dieses Phänomen wurde ebenfalls von den Heidelberger Wissenschaftlern in verschiedenen Experimenten nachgewiesen.

Das Problem ist dabei, dass der Körper während der Traumphase (der sogenannten REM-Phase, die durch schnelle Augenbewegung gekennzeichnet ist) weitgehend gelähmt ist.

Frühere Untersuchungen von amerikanischen Traumforschern haben sich daher auf vorher vereinbarte Zeichen mit den Augen gestützt, um die Existenz des Klarträumens nachzuweisen.

Die Heidelberger Forscher haben nun nachgewiesen, dass sich Bewegungen und körperliche Aktivitäten im Traum als feine Muskelzuckungen messen lassen. Bei schwerer Traumarbeit (Kniebeugen) ließ sich außerdem eine erhöhte Atemfrequenz und eine Steigerung des Herzschlages nachweisen.

Nach Auffassung der Wissenschaftler lässt sich das Klarträumen schon mit wenig Übung erlernen. Die Technik dazu klingt einfach: man soll sich tagsüber mehrfach fragen, ob man träume, bis diese Frage sich fest eingeprägt hat und schließlich auch im Traum auftaucht um dann bejaht werden werden zu können. Außerdem soll man beim Einschlafen die Klarheit des Bewusstseinszustandes aufrechterhalten und diesen mit in den Traum hineinnehmen (!??)

Klarträumen soll nach Auffassung von Brigitte Holzinger vom Institut für Bewusstseins- und Traumforschung in Wien u. a. auch hilfreich bei Albträumen sein, wie sie in einer Studie herausgefunden hat. Die Probanden nahmen zuerst an einer Gestalttherapie teil, die darauf abzielte, ihnen die eigenen Kräfte zur Heilung bewusst zu machen. Anschließend wurden die Patienten in zwei Gruppen geteilt. Eine Gruppe davon wurde anschließend im Klarträumen geschult. Im Vergleich beider Gruppen zeigte sich, das die Klarträumer danach besser schlafen konnte als die Kontrollgruppe.

Quelle FAZ  Natur und Wissenschaft vom 11.04.2007

Informationen zum Klartraum finden Sie unter http://de.wikibooks.org/wiki/Klartraum 

Stiftung Warentest hält Liegezonen bei Matratzen für wirkungslos

Bei dem Test teurer Taschenfederkernen (Ausgabe September 2009) hat die Untersuchung der Stiftung Warentest ergeben, dass die sogenannten Liegezonen der Matratzen im Gegensatz zu den Werbeaussagen kaum eine Wirkung haben können. Denn diese Zonen sind kaum spürbar.
Dazu hat die Stiftung Warentest in einem neuartigen Prüfverfahren die Matratze mit einem Prüfstempel systematisch abgetastet. Der Prüfstempel wurde dazu in regelmäßigen Abständen 5 cm und 7 cm tief in die Matratze gedrückt. Dabei wurde die dazu erforderliche Kraft registriert und auf diese Weise die Stützkraft bzw. die Elastizität der Matratze ermittelt.

Zum Erstaunen der Prüfer wurde bei der Mehrheit der untersuchten Matratzen nur minimale Unterschiede festgestellt, so dass von einer wirksamen Zonenwirkung nicht die Rede sein kann.
Dieses Ergebnis erschien den Testern kein Nachteil für den Liegekomfort zu sein, denn gerade auf  den Matratzen ohne erkennbare Zonenwirkung lagen sie am besten.

Unabhängig davon sieht Stiftung Warentest keine Vorteil durch wirkungsvollere Liegezonen, da bestenfalls Menschen mit Durchschnittsmaßen diese nutzen können. Und das auch nur dann,  wenn sie sich auf die richtigen Stellen legen und diese Position auch die ganze Nacht über einhalten.

Ausgedehnter Mittagsschlaf kann das Leben verkürzen

Bei einer siebenjährigen Studie vom California Pacific Medical Center mit 8101 weißen Amerikanerinnen über 69 Jahren, hat sich herausgestellt, dass ein regelmäßiger ausdauernder Mittagsschlaf das Leben verkürzen kann:

44 % der Frauen mit regelmäßigem Mittagsschlaf starben eher als die Frauen, die nur gelegentlich einen Mittagschlaf hielten.

Auch bei den Frauen, die täglich mehr als 8-9 Stunden schliefen, war das Risiko, einen früheren Tod zu erleiden, deutlich höher.

Bei allen Verstorbenen der an der Studie beteiligten Frauen war die Todesursache Herz- und Kreislaufversagen bei den „Vielschläfern“ um 59% höher als bei den Frauen, die weniger schliefen.

Allerdings relativiert sich die Aussage der Studie, insofern das exzessive Schlafbedürfnis durch nächtliche Schlafstörungen verursacht wird. Denn dann liegt das Problem in den Ursachen der nächtlichen Schlafstörungen, die es es zu finden und zu heilen gilt, wie die Co-Autorin der Studie Katie L. Stone mitteilte.

Quelle Focus online vom 05.03.09 / Ursprung Journal of the American Geriatrics Society

Das Gehirn schützt den schlafenden Menschen vor Lärm

Nach einer Untersuchung vom Max-Planck-Institut für Psychatrie in München blendet das Gehirn im Schlaf die Wahrnehmung der vertrauten Geräusche aus. Die normale Reaktion der Hirnrinde auf Geräusche wird geblockt und andere Bereiche des Gehirns, die für „Alarmreaktionen“ zuständig sind, werden heruntergeregelt. Anscheinend soll dieser Mechanismus gewährleisten, dass der Mensch auch bei Lärm ungestört schlafen kann. Dieser Mechanismus funktioniert bei der gewohnten und auch bei leicht abweichender Geräuschkulisse, nicht aber bei starken akustischen Reizen.
Interessanterweise wird dieser abgedämpfte Zustand mehrmals pro Minute für ein bis zwei Sekunden unterbrochen, so dass das Gehirn kurzzeitig normal auf Geräusche reagierten kann. Vermutlich geschieht dies zur Überprüfung, ob Gefahr im Verzuge ist oder ob bedenkenlos weitergeschlafen werden kann.

Quelle: sueddeutsche.de vom 04.09.2009

Mehr Kreativität durch Traumschlaf-Pause

In den Traumphasen des Schlafs (REM-Schlaf) werden nicht nur Informationen verarbeitet, sondern auch Lösungsmöglichkeiten für zuvor gestellte Aufgaben gefunden. Die schon länger bekannte Annahme, dass Träumen Kreativität provoziert, wurde jetzt durch eine Studie der Psychologinnen Sara Mednick und Denise Cai von der kalifornischen Universität San Diego bestätigt.

Bei der Untersuchung wurde den Versuchspersonen verschiedene kreative Aufgaben gestellt. So sollten zu vorgegebenen Worten Analogien gesucht und außerdem Wortreihen gebildet werden.
Die Aufgaben wurden vormittags gestellt und besprochen, die Lösungen sollte dann nach einer zweistündigen Mittagsruhe beantwortet werden. Während dieser Pause wurde beobachtet, ob die Probanden den angebotenen Mittagsschlaf wahrnahmen und ob sie dabei REM-Schlaf hatten.

Die abschließende Auswertung der Studie zeigte, dass die Probanden, die in der Mittagspause geschlafen hatten und dabei in REM-Schlaf fielen, beim Test deutlich erfolgreicher (kreativer) waren.

Die Psychologinnen betonten, dass die erhöhte Kreativität durch den REM-Schlaf unabhängig von der reinen Gedächtnisleistung zustande kam.

Die  Leiterin der Untersuchung, Sara Mednick geht davon aus, dass durch die Herausforderung der gestellten Aufgabe im Traumschlaf (REM-Phase) neue Verknüpfungen des vorhandenen Wissens durchprobiert werden

Quelle: wissenschaft.de / focus-online vom 09.06.2009

New York, London: Bettwanzen wieder auf dem Vormarsch

Bettwanzen sind wieder im Kommen. Was wir nur als Schauer-Geschichten von Vätern und Großvätern kannten, z. B., dass die Bettfüße in mit Öl befüllten Dosen gestellt wurden, um ungestört von den unbeliebten Blustsaugern schlafen zu können, könnte auch für uns wieder Zukunft werden.
In New York und in London zumindest haben sich die Bettwanzen in vielen Altbauwohnung und billigen Hotels wieder eingenistet.

Nach Angabe von BBC-online wurden im letzten Jahr in New York mehr als 10 000 Fälle gemeldet und es wird noch eine weitaus größere Dunkelziffer vermutet.

Die Wanzen sind etwa 6 – 7 mm groß, sie sind nachtaktiv und verstecken sich tagsüber in Spalten und Ritzen. Nachts kriechen sie aus den Löchern und suchen sich einen Wirt, um desses Blut zu saugen. Der Stich einer Wanze ist nach Herbert Auer, Leiter des Instituts für Hygiene und Medizinische Mikrobiologie der Uni Wien, ungefährlich, denn Wanzen übertragen keine Krankheiten. Die Stiche erzeugen allerdings unangenehme kreisrunde, juckende Male auf der Haut.

Es wird vermutet, dass Wanzen wie viele andere Parasiten auch, durch den massiven Einsatz von Pestiziden Resistenzen entwickelt haben, die die Bekämpfung der Tierchen erschweren.

Die New Yorker Behören sind jedenfalls aufgeschreckt und wollen das Problem möglichst schnell in den Griff bekommen. Neben einer Aufklärungskampagne soll u. a. soll auch der Handel mit gebrauchten Matratzen unterbunden werden.

Quelle: BBC online / pressetext.austria 30.03.2009

Niedriger Puls - kurzer Schlaf

„Elefanten sind 20 Stunden am Tag wach“
Die Grundregel: Große Tiere mit niedrigem Puls und (relativ gesehen) geringem Energieumsatz schlafen wenig, kleine Tiere mit hohem Puls und Umsatz viel.
Genauer betrachtet hängt die Schlafdauer von der Länge der Blutgefäße ab: je größer das Netz pro Kilogramm Gewicht, desto höher der Puls und desto länger der Schlaf.
Auch spielt Wärmeverlust eine Rolle – kleine Tiere verlieren viel davon. Demnach hat Schlaf etwas mit der Energiebereitstellung zu tun. Doch es bleiben Rätsel: Warum reicht es kleinen Tieren nicht, im Wachzustand zu ruhen? So könnten sie leichter Gefahren erkennen.“

Zitat aus „welt-online“ vom 08.07.2008

Interessanter Denkansatz zur Funktion des Schlafs

Die Neurowissenschaftler Giulio Tononi und Chiara Cirelli von der Universität Wisconsin (Madison) stellten auf einer Tagung der Society for Neuroscience in Washington eine neue Theorie vor.

Bisher hat man angenommen, der Schlaf sei dazu da, dass das Gehirn die Erfahrungen des Tages verarbeiten könne. Tonini und Cirelle fügen nun eine interessante und plausible Ergänzung hinzu:

Nach ihrer Auffassung wird die Nachtruhe vom Gehirn dazu genutzt, die Verbindungstellen zwischen den Nervenzellen (Synapsen) generell zu lockern. Wenn die Nervenverbindungen zu fest verknüpft blieben, würden sie zu viel Platz und zu viel Energie in Anspruch nehmen und könnten daher neue Eindrücke nicht mehr verarbeiten. Das „globale Herunterregulieren“ dagegen wirke wie ein kleiner Neustart und verhindere, dass die Lernfähigkeit der Nervenzellen gewissermaßen in Sättigung übergeht.

Im Wachzustand baut nach Meinung von Tonini und Cirelli das Gehirn eine immer stärkere Erregung auf und wird dadurch zunehmend empfindlicher und damit abhängiger gegenüber stimulierenden Reizen, während im ausgeschlafenen Zustand nach langem tiefem Schlaf die Reaktion auf Stimulationen viel schwächer ausfällt. Durch die Dämpfung der Reize wird dem Gehirn eine Art Offenheit und Unbestimmtheit für den täglichen Neuanfang ermöglicht.
Quelle: Focus online  vom 21.11.2008

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