Durch den wissenschafts-journalistischen Medienwald geistern seit einigen Tagen
Berichte von "Eulen" (Nachtmenschen) und "Lerchen" (Früaufstehern),
von verschiedenen
"Chronotypen" mit unterschiedlichen, gengesteuerten "inneren
Uhren".
Grund für diese Meldungen ist eine Veröffentlichung
einer internationalen Forschergruppe (Marc Wittmann, Department of Psychiatry,
University of California San Diego, Til Roenneberg, Institut für Medzinische
Psychologie von der Universtität München) im "Chronobiology International".
Nach dieser Publikation wurde an 500 Personen
ermittelt, dass es neben Frühaufstehern Menschentypen gibt, die morgens
nur schwer aus dem Bett kommen und erst am Abend zur Höchstform auflaufen.
Diese als "Eulen" typisierten Menschen haben es schwer mit dem gesellschaftlichen
Rhythmus und den damit verbundenen Zeitplänen,
so dass ihre Lebensqualität beeinträchtig wird. Die Wissenschaftler
sprechen in diesem Zusammenhang von einem "social jetlag".
Schön und gut. Wir fragen uns nur, was denn nun die eigentliche
Aussage dieser Untersuchung sein soll bzw. was denn das Neue an diesem Bericht
ist. Die Metapher der "inneren
Uhr" ist doch eine alte Bekannte, ebenso, dass es unter den Menschen
"Nachteulen " und "Lerchen" (Frühaufsteher) gibt.
Ist der Druck zur Veröffentlichung unter den Wissenschaftlern
inzwischen schon so groß, das man Altbekanntes quantifizieren und mit pseudo-wissenschaftlichen
Begriffen (wie Chronotypen und social Jetlag) versehen muss, um "auf Teufel
komm raus" zu publizieren?
Quellen:
scienceticker.info vom 29.03.06
geoscience-online.de vom 04.04.06
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