Der Gleichmut, mit dem man Schlafunterbrechungen in den sogenannten "polychron organisierten" Gesellschaften* begegnet, gilt auch für nächtlichen Lärm. Wenn z. B. in Bahia Brasilien bei den zahllosen Candomblé-Festen die Trommeln bis gegen 5 Uhr morgens geschlagen werden, (diese sind immerhin so laut, dass sie drei Straßen weiter noch deutlich zu hören sind) würde kein Brasilianer darauf kommen, sich wegen nächtlicher Ruhestörung zu beschweren. Der/die Brasilianer/in schläft entweder trotzdem, wie auch die Kleinkinder der Teilnehmer des Festes im Tiefschlaf neben den Trommeln liegen, oder schaut interessiert aus dem Fenster, um das festliche Treiben zu beobachten.
Anscheinend ist der Umgang mit Lärm und nächtlichen Schlafunterbrechungen eine Einstellungssache und diese Einstellung läßt sich erlernen, denn der Autor kann inzwischen fast ebenso locker mit Lärm umgehen, wie die Brasilianer.
* Siehe dazu Verschiedene Schlafkulturen
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