Als ich vor kurzem eine alte Freundin besuchten wollte, traf ich
deren Mutter an, die gerade aus dem Urlaub zurückgekehrt war. Auf mein Kompliment,
dass sie gut aussähe und sehr erfrischt wirke, erzählte sie mir, dass
sie gerade von einer Nordland-Schiffsreise komme und dass sie auf diesem Schiff
das erste Mal, soweit sie sich in ihrem Leben zurückerinnern könne,
richtig gut geschlafen hätte.
Die rhythmischen, sich langsam wiederholenden
Bewegungen des Schiffes in der langen und sanften Dühnung des Nordmeeres
haben ihr auf unerklärlicher Weise zu einem sehr tiefen und erholsamen Schlaf
verholfen, der für sie wie ein Jungbrunnen gewirkt habe.
Der in psychologischen Denkmustern bewanderte Mensch
denkt bei dieser Geschichte vielleicht an die vorgeburtliche Lebensphase, als
Bettenfachmann erinnerte ich mich dagegen an ein Bett, dass vor längerer Zeit von der Firma Lattoflex
angeboten wurde.
Bei diesem Bett war der innere Bettrahmen an Stahlseilen beweglich
aufgehängt und machte (ohne erkennbare Krafteinwirkungen) feine horizontale
Schwingungen, wenn man sich in dieses Bett hineinlegte. Anscheinend wurde hier
aber kein vergleichbarer Effekt ausgelöst, denn das schwingende Bett ist
irgendwann sang- und klanglos wieder vom Markt verschwunden.
Immerhin bleibt für manche Fälle von Schlafschwierigkeiten die Hoffnung
auf die heilsame Dühnung des Nordmeeres.
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