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Die Neurowissenschaftler Giulio Tononi und Chiara Cirelli von der Universität
Wisconsin (Madison) stellten auf einer Tagung der Society for Neuroscience in
Washington eine neue Theorie vor.
Bisher hat man angenommen, der Schlaf
sei dazu da, dass das Gehirn die Erfahrungen des Tages verarbeiten könne. Tonini
und Cirelle fügen nun eine interessante und plausible Ergänzung hinzu:
Nach ihrer Auffassung wird die Nachtruhe vom Gehirn dazu genutzt, die Verbindungstellen
zwischen den Nervenzellen (Synapsen) generell zu lockern. Wenn die Nervenverbindungen
zu fest verknüpft blieben, würden sie zu viel Platz und zu viel Energie
in Anspruch nehmen und könnten daher neue Eindrücke nicht mehr
verarbeiten. Das „globale Herunterregulieren“ dagegen wirke wie ein
kleiner Neustart und verhindere, dass die Lernfähigkeit der Nervenzellen
gewissermaßen in Sättigung übergeht.
Im Wachzustand baut nach
Meinung von Tonini und Cirelli das Gehirn eine immer stärkere Erregung auf
und wird dadurch zunehmend empfindlicher und damit abhängiger
gegenüber stimulierenden Reizen, während im ausgeschlafenen Zustand
nach langem tiefem Schlaf die Reaktion auf Stimulationen viel schwächer
ausfällt. Durch die Dämpfung der Reize wird dem Gehirn eine Art Offenheit
und Unbestimmtheit für den täglichen Neuanfang ermöglicht.
Quelle: Focus online vom 21.11.2008
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