In unserem Bettengeschäft werden wir gelegentlich mit Kunden konfrontiert, denen des Nachts die Hände oder die Arme einschlafen. Abhilfe kann dann eine weichere Matratze bzw. eine größere Nachgiebigkeit des Bettes im Schulterbereich erreichen. Bisweilen sind aber die Verfestigungen in der Rücken- und Nackenmuskulatur so stark, dass den Betroffenen die Beweglichkeit fehlt, die Belastung in der Seitenlage zu verteilen und den unten liegenden Arm zu entlasten. Hier helfen dann nur therapeutische Maßnahmen wie Krankengymnastik oder Feldenkrais.
Doch das ist nicht das Thema dieser Notiz, denn meine Frau (des Autors) hatte nun auch das Problem, dass ihr nachts regelmäßig die Hände einschliefen, seltsamerweise auch auf der Seite, die gerade oben lag. Meine Frau und ich benutzen eine sehr harte Futonmatratze und einen unnachgiebigen Lattenrost. Ein probeweiser Austausch des Rostes gegen einen nachgiebigeren Lattenrost brachte keine Änderung. Meine Frau entschloß sich daraufhin zum Hausarzt zu gehen. Der konnte aber keine organischen Defizite finden und riet uns, einen Orthopäden aufzusuchen. Da wir aber genügend schlechte Erfahrungen mit Orthopäden gesammelt hatten, brachte ich meine Frau zu einem Chiropraktiker in Frankfurt, der seine Praxis unter dem Namen „Orthotherapie“ betreibt. Die Behandlung dauerte jeweils nur etwa zwei Minuten und unterscheidet sich in meinen Augen nicht von der herkömmlichen Chiropraktik. Schon nach dem dritten Besuch beim Therapeuten schliefen meiner Frau die Hände nicht mehr ein und ihre regelmäßigen auftretenden Kopfschmerzen gingen ebenfalls zurück.
Das Überraschende an diesem Therapeuten war, dass er seine Klienten morgens zwichen 5:00 und 6:00 Uhr zu sich bestellt, und was mich ebenso verwunderte, man trifft dort nicht auf die übliche muffige Wartezimmeratmosphäre mit leidenden Menschen, sondern auf viele gut gelaunte Leute, die sich angeregt unterhalten. Die Behandlung kostete übrigens pro Besuch 40,- Euro, die Gesamtbehandlung liegt mit 10 bis 12 Sitzungen bei 400 bis 500 Euro.
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