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Bei unseren Recherchen nach den Eigenschaften von Kapok sind wir in der Bibliothek  auf eine Schrift aus den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts gestoßen, in denen berichtet wird, dass bei der Marine nicht nur die Rettungsringe mit Kapok gefüllt wurden, sondern auch die Matratzen. Es wurde immer streng kontrolliert, dass für jeden Passagier eine Matratze vorhanden war, denn die Matratzen galten als Rettungsgerät.

Dazu passt eine Episode aus dem Buch „Reisen ohne Ziel“ des schwedischen Literaturnobelpreisträgers von 1974, Harry Martinson, in der er von schwimmenden Matratzen auf  dem Atlantik berichtet: „ Da stehen wir, zu zweit oder zu dritt, an der Reling und versuchen herauszufinden, wo sie mal gekauft worden ist (die schwimmende Matratze), aber noch bevor wir uns geeinigt haben, ist sie schon  wieder im Nebel verschwunden. Bei Tobago in den Kleinen Antillen habe ich eine Matratze in perfektem Zustand gesehen. Kleine Haie umkreisten sie; vermutlich hat man sie aus einer Yacht geworfen. Sie hatte Federn aus echtem Walfischbein und wunderschöne Streifen. Ganz trocken und ganz sauber glitt sie auf diesem ruhigen sonnigen Meer dahin. Man hätte, so wie sie da schwamm, auf ihr schlafen können; es war zu schade, sie so dahin ziehen zu lassen, vielleicht war ja auch Geld in ihr versteckt? Ein alter griechischer Matrose hat mir einmal erzählt, dass die kleinen Seevögel alle Flöhe aus treibenden Matratzen picken, so  dass seiner Meinung nach in dieser Hinsicht keine Gefahr bestand.
Aber natürlich ist das nicht gut; ich jedenfalls habe noch nie eine Matratze aufgefischt und werde vermutlich auch nie eine auffischen. Doch habe ich beobachtet, wie Kulis sie mit den Bootshaken rausgeholt und im sengenden Wind Colombos getrocknet haben. Das superbe Lager Kleopatras indessen, das ich vor Tobago schwimmen sah, das werde ich bestimmt nie vergessen oder besser gesagt, meine Knauserigkeit wird es nie vergessen. Matratzen, Matratzen! Massen von Meermatratzen treiben auf den Ozeanen umher." Zitiert aus „Wie man sich bettet. Die Kulturgeschichte des Schlafzimmers“ von Pascal Dibbie, Stuttgart 1989

Eine im Januar 2005 verbreitete Meldung vermittelt einen aktuellen Bezug zu den im Meer treibenden (Kapok)matratzen : Nach dem verheerenden Tsunami in Asien wurde vor der Küste von Indonesien ein Mann gerettet wurde, der sich 3 Tage an einer schwimmenden Matratze geklammert hatte.

 

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