Fehlregulierung von Serotonin im Stammhirn.
Zurückliegende Untersuchungen von Hannah Kinney an der Kinderklinik in
Boston hatten im Stammhirn von Kleinkindern, die am „plötzlichen Kindstod“ verstarben,
Störungen an den Serotonin-Neuronen entdeckt.
Serotonin ist ein Neurotransmitter, der an verschiedenen
Prozessenn im Gehirn beteiligt ist, so auch bei der Regulierung der Körpertemperatur
und des Herzschlags.
Eine Arbeitsgruppe am Europäischen Molekularbiologischem Laboratorium
in Monterotondo (Italien) unter der Leitung von Cornelius Gross hat nun Experimente
mit transgenen Mäusen durchgeführt, um zu prüfen, ob durch eine
erhöhte Anzahl von Serotoninrezeptoren vergleichbare Veränderungen
auftreten und sich ein Mangel von Serotonin im Hirnstamm einstellt.
Die Mäuse zeigten sich nach der Geburt zunächst unauffällig
und auch der Herzschlag und die Körpertemperatur waren normal. Dann kam
es vermehrt zu einer starken Verlangsamung des Herzschlages und zu Unterkühlungen.
Ungefähr
ein Drittel der Versuchstiere starben schließlich in den ersten Monaten.
Die Störungen des Herzschlags und der Körpertemperatur traten überwiegend
beim Übergang
vom Schlaf- zum Wachzustand auf wie es auch beim „plötzlichen Kindstod“ oftmals
der Fall ist.
Die Forschergruppe vermutet, das durch eine entwicklungsbedingte
Unausgereiftheit der Serotonin-Rezeptoren auch bei manchen Säuglingen der
natürliche
Regulierungsmechanismus zwischen den Rezeptoren und dem Botenstoff aus der Balance
gerät, so dass es zu einer Unterversorgung von Serotonin mit tödlicher Folge
kommen kann.
Quelle: aerzteblatt.de vom 04.07.2008
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