Wohngifte, Schadstoffe und Raumklima

Gute Luft in den eigenen vier Wänden?

In unseren Innenräumen treffen wir heute auf unzählige chemische Substanzen. Sie stammen aus Baustoffen, Kunststoffen, Geräten, Klebstoffen, Farben, Teppichen, Möbeln und anderen Einrichtungsgegenständen, Reinigungs- und Insektiziden etc.

Einige dieser Stoffe haben sich als gesundheitsgefährdend erwiesen, andere wurden als gefährlich eingestuft, aber die meisten sind nicht bekannt, insbesondere im Hinblick auf Langzeitrisiken. Welche Stoffe sollten besonders kritisch und sorgfältig betrachtet werden? Womit haben wir es zu tun? Was können Sie tun, wie können Sie sich schützen?

Tausende von chemischen Verbindungen haben ihren Weg in unsere Häuser gefunden. Die Industrie entwickelt täglich neue Stoffe, Additive oder Hilfsstoffe für die unterschiedlichsten Anwendungen. Farben und Lacke, Klebstoffe und Beschichtungen, Möbel und Teppiche, Matratzen und Textilien – Eigenschaften oder Haltbarkeit, Beständigkeit gegen Schädlinge oder Flammschutz, Aussehen oder Reinigungsverhalten werden durch neue Inhaltsstoffe „verbessert“ und überall verbreitet.

Die Zeitschrift „Medizinische Welt“ berichtet, dass jedes Jahr 5000 neue chemische Substanzen auf den Markt kommen, deren gesundheitliche Risiken nahezu unbekannt sind. Die gründliche Untersuchung neuer Substanzen auf biologische Wirkungen spielt dabei kaum eine Rolle.

Immer wieder wird das Versuchskaninchen Mensch belastet, erst nach massivem Auftreten von gesundheitlichen Beschwerden werden Produkte untersucht und möglicherweise vom Markt genommen. Auf der Umweltkonferenz der Vereinten Nationen 1992 in Rio hieß es dagegen: „Es sollten Maßnahmen ergriffen werden, wenn negative Auswirkungen auf die Gesundheit oder die Umwelt vermutet werden, auch wenn es dafür noch keine wirklichen Beweise gibt.

Die Luft: außen und innen

Heute ist jedem klar, dass unsere Umwelt zunehmend verschmutzt wird und dass immer mehr Schadstoffe Menschen, Tiere und die Umwelt vergiften. PCB und PAK, Dioxin und PCP, Lindan und DDT, Formaldehyd und Tributylzinn – eine Vielzahl ehemals fremder chemischer Begriffe hat sich in unserem Alltag etabliert. Nirgendwo auf diesem Planeten kann man einen Ort finden, der nicht von Menschen und ihren chemischen Produkten heimgesucht worden wäre. Selbst am Nordpol sind Asbest und DDT im Eis zu finden, und ein Cocktail aus fluorierten und chlorierten Kohlenwasserstoffen (FCKW) und anderen toxischen Schadstoffen schwebt in den obersten Schichten der Atmosphäre.

Fast jeder ist besorgt über Luftverschmutzung, giftige Dämpfe und schädliche Chemikalien. Die meisten Menschen denken zuerst an Emissionen von Autos, Tankstellen, Flugzeugen, Müllverbrennungsanlagen oder Industrieanlagen, vor allem schlechte Außenluft. Überraschenderweise sind jedoch in der Regel höhere und kritischere Mengen an Toxinen, Lösungsmitteln, Kohlendioxid, Staubpartikeln oder anderen Schadstoffen in der Raumluft zu finden. So berichtete das Bundesgesundheitsamt, dass die Schadstoffwerte in normalen, unbelüfteten Wohngebieten nach einer Stunde höher sind als an Hauptstraßenkreuzungen in Großstädten.

Bundesbauminister Klaus Töpfer prognostizierte 1996 angesichts der großen Zahl chemischer Stoffe in Gebäuden und der beim Abbruch auftretenden Sonderabfall- und Recyclingprobleme: „Der Abriss eines konventionellen Hauses wird in 20 Jahren teurer sein als der Bau.

Unsere Luft zum Atmen

Wir können auf nichts Geringeres als auf das Atmen verzichten. Die tiefe Bedeutung des Luftaustaustausches zeigt sich schon daran, dass zum Beispiel alle alten Sprachen das gleiche Wort für Atem wie für Seele oder Geist verwendeten. Wir brauchen jede Minute unseres Lebens neue Luft und sind ohne Wenn und Aber darauf angewiesen, dass diese Luft eine gute Qualität hat. Jeder weiß, dass es reich an Sauerstoff sein muss, dem Gas, das alle unsere physikalischen Prozesse antreibt, das uns vital und kraftvoll macht. Andererseits muss es sehr wenig Kohlendioxid geben, ein Abfallprodukt unseres Körpers, das wir ausatmen und das uns müde und unkonzentriert in erhöhten Konzentrationen macht. Wenn die Luft giftige Chemikalien oder übermäßige Mengen an Partikeln und Staub enthält, nehmen wir das alles unweigerlich auf, wir sind buchstäblich mit jedem Atemzug verschmutzt, unsere Körperoberflächen sind äußerlich und innerlich verschmutzt: Die Atemwege und die Haut sind gereizt, und über die Lunge nehmen wir die Giftstoffe in das Blut und damit in das Innere unseres Körpers auf.

Gute Luft ist unerlässlich für geistiges Wohlbefinden und Gesundheit, Aktivität und Vitalität. Ein gestörtes Raumklima mit zu wenig Luftionen, zu niedriger oder zu hoher Luftfeuchtigkeit und zu vielen Schadstoffen fördert dagegen Unbehagen und Krankheit, Passivität und Depression.

Wir verbringen die meiste Zeit unseres Lebens in Gebäuden, also atmen wir hauptsächlich Raumluft ein. Wenn in diesen Räumen Schadstoffe vorhanden sind, sind wir ihnen während des Tages und vor allem in der besonders sensiblen und gefährdeten Schlafphase ständig ausgesetzt.

Schadstoffbedingte Krankheiten

Allergien, Asthmaerkrankungen, Atemwegserkrankungen und Hauterkrankungen nehmen seit Jahren zu. All dies sind Krankheiten von Organen, die in direktem Kontakt mit der Luft um uns herum stehen. Die Deutsche Gesellschaft für Umwelt- und Humantoxikologie (DGUHT) berichtet, dass jeder vierte Deutsche ein angegriffenes Immunsystem hat und an Allergien leidet. Die zunehmende Zahl dieser Zivilisationskrankheiten ist Ausdruck der zunehmenden Ansammlung von Schadstoffen im Körper.

Prof. Volker Zahn (Straubing) nennt die Umwelterkrankung den kleinen Bruder des Krebses. Auch wenn nur ein kleiner Teil der vielen Krebsfälle (340.000 Menschen allein in Deutschland erkrankten 1997 nach Angaben des Krebsforschungszentrums Heidelberg erstmals an Krebs) mit Heimtoxinen assoziiert ist, sind die Zahlen dramatisch hoch.

Neben Haut und Schleimhäuten leiden immer mehr Menschen unter dem MCS-Syndrom (Multiple Chemical Sensitivity), einer Überempfindlichkeit gegen eine Vielzahl von Chemikalien. Das Immunsystem gerät aus dem Gleichgewicht, Symptome sind oft Erschöpfung und Müdigkeit, Depressionen, Gelenk- und Knochenschmerzen, Hauterkrankungen, Hals-Nasen-Ohren-Beschwerden, Migräne, Kopfschmerzen, Schlafstörungen, häufige Infektionen oder rheumatische Beschwerden. MCS entsteht durch den Kontakt mit Chemikalien und Umweltschadstoffen. Sie entsteht oft aus dem sogenannten Sick-Building-Syndrom (SBS). Dieser Symptomkomplex tritt vor allem in neuen oder renovierten Gebäuden auf, oft in Verbindung mit Klimaanlagen.

Neben MCS und SBS wird das Holzschutzmittel-Syndrom durch Langzeitkontakt mit Holzschutzmitteln als komplexes Krankheitsbild beschrieben. Wie bei der SBS lassen die Symptome außerhalb des Wohnbereichs schnell nach, oft nach fünf bis acht Jahren ständigem Kontakt.

Die Schadstoffgruppen

Die Vielzahl der Luftschadstoffe und raumklimatischen Parameter sind im Standard der baubiologischen Messtechnik in der Säule B „Wohngifte, Schadstoffe, Raumklima“ in sechs Unterpunkte unterteilt:

1. FORMALDEHYD und andere toxische Gase
2. LÖSUNGSMITTEL und andere flüchtige Schadstoffe (VOC)
3. BIOZIDE und andere schwerflüchtige Schadstoffe
4. HEAVY METALS und andere anorganische Schadstoffe
5. ASBEST und andere Fasern
6. RAUMKLIMA (Temperatur, Feuchtigkeit, Kohlendioxid, Luftionen, Gerüche….).

Giftig seit Jahrzehnten

Einige der Schadstoffe sind regelrechte Klassiker; sie beschäftigen uns seit Jahrzehnten und sind mittlerweile allgemein als gesundheitsschädlich akzeptiert: Das vor allem in Spanplatten als Kleberharz-Bestandteil eingesetzte Formaldehyd, der Holzschutzmittelwirkstoff Pentachlorphenol (PCP), der oft zusätzlich mit Dioxinen verschmutzt war, die Insektizide Lindan oder DDT, Polychlorierte Biphenyle (PCB) in Dichtungsmassen oder Asbestfasern in verschiedensten Baumaterialien. Bei all diesen Wohngiften treten, obwohl sie mittlerweile entweder verboten oder zumindest in der Anwendung eingeschränkt sind, auch heute noch deutlich überhöhte und biologisch kritische Konzentrationen in Innenräumen auf.

Der zeitliche Ablauf war bei all diesen giftigen oder krebserregenden Stoffen ähnlich: Zunächst der bedenkenlose Einsatz in großem Maßstab, das Bejubeln als „idealer Baustoff“. Dann erste mahnende Stimmen und kritische Erkenntnisse aus Wissenschaft und Medizin. Trotzdem erfolgte zumeist der weitere Einsatz über Jahre bis Jahrzehnte, oft mit der Begründung, es gäbe keine Ersatzstoffe bzw. die Alternativen wären viel zu teuer, man müsste die Stoffe somit weiter einsetzen und so schlimm wären sie nun auch wieder nicht. Schließlich, nach immer mehr Klagen und Befunden, kam es dann zu Einschränkungen oder Verboten.

Das vielleicht krasseste Beispiel für diese Aufeinanderfolge stellt Asbest dar: Um 1900 wurde Asbestose als Krankheit entdeckt, 1943 Lungenkrebs bei Asbestose als Berufskrankheit anerkannt, seit 1970 wird Asbest in der MAK-Liste als krebserzeugend bewertet. Jahrelang hat die Asbestindustrie das Krebsrisiko geleugnet und behauptet, es gäbe keine möglichen Ersatzstoffe. 1979 wurde wenigstens die Verwendung von Spritzasbest verboten, seit 1991 ist Eternit asbestfrei. Erst 1995 wurde endlich ein Verbot von Herstellung, Import und Verwendung erlassen!

Ähnliches geschah bei Pentachlorphenol: In den 60er und 70er Jahren wurde es in riesigen Mengen hergestellt und eingesetzt, obwohl zu dieser Zeit den produzierenden Firmen bereits erste Hinweise auf schädliche Wirkungen vorlagen. Trotzdem wurde weiterproduziert und verkauft, erst 1989 kam es zum Verbot, zumindest in Deutschland. In anderen Ländern ist man auch heute noch weniger streng: In Ostblock-Staaten und der Dritten Welt wird weiterhin PCP hergestellt bzw. eingesetzt, und so können auch heute noch PCP-belastete Hölzer und Möbel zu uns gelangen.

Neue Innenraumbelastungen

Andere Chemikalien sind noch vergleichsweise neu auf dem Markt, niemand weiß bislang Genaues über gesundheitliche Auswirkungen und Gefahren, vor allem hinsichtlich langfristiger Risiken sowie Wechselwirkungen der Schadstoffe miteinander.

Anstelle von Formaldehyd werden in Spanplatten z.B. Isocyanate eingesetzt, wobei allerdings noch keine Luftbelastungen festgestellt wurden. Anders sieht es aus bei Isocyanat-haltigen Schäumen, Lacken oder Klebern: Dort treten tlw. auchnach der Anwendung erhöhte Konzentrationen dieser hochgiftigen Chemikalien auf.

Seit etwa 15 Jahren werden Glykole in Farben oder Lacken verarbeitet, vornehmlich in wasserverdünnbaren Produkten. Diese oft frucht- und fortpflanzungsschädigenden Stoffe werden immer häufiger in Innenräumen gefunden. Im Unterschied zu den klassischen Lösemitteln haben Glykole höhere Siedepunkte. Sie gasen also erst bei höheren Temperaturen bzw. viel langsamer aus. Somit treten erhöhte Innenraumkonzentrationen (z.B. nach Renovierungsarbeiten) nicht wie bei lösemittelhaltigen Farben nur einige Wochen lang auf, sondern über Monate bis Jahre.

Auch Siloxane werden in den letzten Jahren immer häufiger in Innenraumproben gefunden. Über die Giftigkeit dieser Silikon-ähnlichen Stoffe ist nur wenig bekannt, sie werden vor allem in Möbellacken eingesetzt. Offensichtlich sind die Siloxane Nachfolger der Glykole.

Anstelle der Insektizide Lindan und DDT haben sich die Pyrethroide etabliert, als prominentester Vertreter das Permethrin. Man findet es z.B. häufig in Schurwollteppichen. Prof. Dr. Helmut Müller-Mohnssen (Universität München) sagte zu diesen Stoffen: „Es wird die massenweise Vergiftung von Menschen in Kauf genommen. Pyrethroid-Mückenkiller wirken wie Kampfgase und müssen verboten werden. Infektionen, Gedächtnisschwäche, Nerven- und Bewegungsstörungen sind erste Symptome. Im schlimmsten Fall gibt es Lähmungserscheinungen. Manchmal setzt die Wirkung erst nach Tagen oder Wochen ein.“ Auch das Bundesgesundheitsamt wusste bereits 1993: „Bei empfindlichen Personen bewirken schon geringe Konzentrationen von Pyrethroiden Gesundheitsstörungen. Im Vordergrund stehen dabei Reizungen der Schleimhäute, der Atemwege und der Augen. Ferner kann es zu Missempfindungen und Taubheitsgefühlen der Haut und eventuell zu Benommenheit und Kopfschmerzen kommen. Kinder sind aufgrund ihrer empfindlicheren Haut stärker gefährdet als Erwachsene.“ Erstaunlich, dass solche Gifte weiterhin ohne Einschränkungen in Innenräumen zugelassen sind. Hierzu das BGA: „Die Abwehr von Gesundheitsgefahren gegen chemische Produkte ist nicht Sache des Bundesgesundheitsamtes. Wir können keine Warnungen vor bestimmten Produkten aussprechen.“

Andere häufig verwendete und skandalöserweise frei erwerbliche Insektenvernichtungsmittel, z.B. bei Insektenköderdosen oder Mottenschutzpräparaten, sind Chlorpyrifos (in den USA mittlerweile verboten), Propoxur oder Dichlorvos, alles Stoffe mit dringendem Verdacht auf nervenschädigende Wirkungen. Bei Mottenstreifen für Textilien z.B. ist speziell der entstehende Hautkontakt kritisch.

Etwa 80 % aller heutigen wasserlöslichen Dispersionsfarben, die aufgrund ihres hohen Wasseranteils anfällig für mikrobiellen Befall sind, werden mit Isothiazolinon-haltigen Bioziden gegen Pilze und Bakterien versetzt. Mit der Abgabe dieser Kontaktallergene aus den Farben ist noch bis zu einem halben Jahr nach der Renovierung zu rechnen. Dennoch werden die Farben als „Emmisions- und Lösemittel-frei“ und „raumluft-hygienisch unbedenklich“ beworben. Selbst Farben mit dem „Blauen Engel“ dürfen Isothiazolinone enthalten.

In den letzten Jahren war oft die Organozinnverbindung TBT (Tributylzinn) in den Schlagzeilen, ein akut giftiges und sehr stark reizendes Nervengift. Es wurde gefunden in Textilien, Babywindeln, Gummistiefeln oder PVC-Fußböden. Somit kann also sowohl eine Schadstoffaufnahme über den direkten Hautkontakt als auch über den Hausstaub bei großflächiger Verlegung von PVC-Böden erfolgen.

Auch bei Flammschutzmitteln und Weichmachern rücken immer neue Stoffgruppen in den Blickpunkt, wie z.B. die chlorierten Organophosphonate oder bromierte Diphenylether.

Wechselwirkungen, Synergismen

Entscheidend bei den Gefahren und der Bewertung von Wohngiften ist, inwieweit sich die Risiken beim Vorhandensein mehrerer Schadstoffe erhöhen. Bei den meisten Substanzen weiß man noch nicht einmal, was sie einzeln im Körper alles bewirken, geschweige denn, welche biologischen Effekte in Wechselwirkung miteinander auftreten. Oft scheinen sich verschiedene Chemikalien in ihren Wirkungen zu potenzieren, d.h. dass zwei Schadstoffe zusammen z.B. zehnmal so schlimm sind wie nur jeder für sich allein. Solche sogenannten synergistischen Effekte werden bei offiziellen Bewertungen und Grenzwertfestsetzungen außer Acht gelassen. In der Baubiologie dagegen widmen wir uns gerade dieser Problematik: Wir konzentrieren uns nicht nur auf einzelne Wohngifte, sondern versuchen immer, möglichst viele Stoffe zu analysieren, zu bewerten und zu reduzieren. Dazu bedenken wir auch Zusammenhänge mit anderen Innenraumfaktoren wie Elektrosmog oder Pilzen.

Wenig Materialien einbringen

Es ist kaum abschätzbar, welche Chemikalien während eines Hausbaus und danach mit der Zeit so alles in die Innenräume hineingeraten. Es sollte im Vorfeld versucht werden, durch Kontrolle von Inhaltsangaben oder Materialanalysen Schadstoffe zu vermeiden und generell darauf zu achten, möglichst wenig verschiedene Materialien, Einrichtungsgegenstände, Oberflächenbeschichtungen, Farben, Lacke, Kleber usw. einzubringen. Ein Weniger an Produkten ist auch ein Weniger an Wohngiften und damit ein Mehr an Sicherheit.

Bei Einsatz von biologisch orientierten Produkten ist die Gefahr von Belastungen wesentlich geringer, obwohl nicht verkannt werden sollte, dass auch hier reizende bzw. allergisierende Stoffe enthalten sein können (z.B. Terpene aus Naturharzen).

Wichtig: Lüften, Lüften, Lüften!

Speziell neue, luftdicht gebaute Häuser führen zu sehr geringen Luftwechselraten, die Luft wird also zu selten ausgetauscht. Es kommt kaum frische Außenluft in unsere Häuser und Wohnungen, verbrauchte und mit Schadstoffen belastete Innenraumluft wird zu wenig entfernt. Die erforderliche Luftwechselrate von mindestens 1 pro Stunde wird ohne reichliches Lüften in modernen Bauten nie erreicht: Statt der notwendigen 100 % Frischluft pro Stunde gibt es oft nur 10 % oder noch weniger. So geschieht es, dass sich schädliche Stoffe in Innenräumen konzentrieren und nicht selten sogar Arbeitsplatzgrenzwerte überschritten werden.

Jeder könnte durch genügendes Lüften ganz wesentlich zu seiner eigenen sauberen Luft beitragen. Für weitere Verbesserungen der Innenraumluft wie gegebenenfalls die Entfernung belasteter Materialien oder Luftreinigungsmaßnahmen sind zunächst sachverständige baubiologische Messungen zur Einschätzung der Schadstoffsituation notwendig.

Dr. Manfred Mierau
Diplom-Biologe, Baubiologe IBN
Baubiologie Maes, Büro Aachen

Institut für Baubiologie + Oekologie IBN
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